Grüne Branche

Baumschulgärtner: ein Beruf mit viel Abwechslung

Wer sich für Umwelt und Pflanzen begeistert, sich aber auch für Technik interessiert und gerne an der frischen Luft arbeitet, für den kommt der Beruf des Baumschulgärtners in Frage. Langeweile kommt hier nicht auf, denn die Bandbreite der täglichen Arbeiten ist vielfältig. Mit der Ausbildung endet der Weg jedoch nicht, Meisterbrief, die Qualifikation zum staatlich geprüften Techniker und/oder ein Studium sind möglich. 

Arbeiten im Team nah an der Natur, der Beruf des Baumschulgärtners. Foto: BdB

„Gärtner" beziehungsweise „Gärtnerin der Fachrichtung Baumschule" lautet die genaue Bezeichnung dieses Ausbildungsberufes. „Die Vielseitigkeit und die technischen Hilfsmittel, die hier zum Einsatz kommen, machen den Beruf für junge Frauen und Männer gleichermaßen attraktiv", sagt Arnd Schurig vom Fachgremium Ausbildung des Bund deutscher Baumschulen e.V. (BdB).

Die Tätigkeiten reichen von Pflanzplanung, Bodenvorbereitung und Bodenpflege, Vermehrung, Veredelung und Schneiden von Gehölzen, über Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutz und bis zum Transport, Versand und Verkauf. „Der Berufsalltag verändert sich zudem mit den Jahreszeiten und könnte somit kaum vielseitiger und abwechslungsreicher sein", so Schurig.

Große Bandbreite macht Beruf Baumschulgärtner attraktiv und anspruchsvoll
Die große Bandbreite der Aufgabenbereiche macht den Beruf des Baumschulgärtners ebenso attraktiv wie anspruchsvoll. Während der Ausbildung lernt man, Maschinen wie Schlepper, Baumpflanzgeräte oder Bewässerungsanlagen zu bedienen und zu pflegen. Gleichzeitig eignet man sich für die tägliche Praxis ein umfangreiches Pflanzenwissen an - die botanischen Namen der Pflanzen werden in lateinischer Sprache gelernt, aber auch deren spezifische Eigenschaften, Standortansprüche und vieles mehr.

Das Lernen und die körperliche Arbeit lohnen sich jedoch, wie der neunzehnjährige John Philipp Glaevke, Auszubildender im dritten Lehrjahr, berichtet: „Man darf sich auch nicht zu schade sein, sich mal die Hände schmutzig zu machen. Man muss individuell arbeiten, kann sich aber auch selbst verwirklichen. Am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat, und das ist auch, was mich an dem Beruf so begeistert."

Spezialisierung nach dreijähriger Ausbildung
Nach der dreijährigen Ausbildung können sich die Baumschulgärtner auf unterschiedlichen Arbeitsgebieten spezialisieren. Wer in einer Baumschule arbeiten will, kann seine Kenntnisse über Züchtung und Saatgutgewinnung, Pflanzenveredelung oder Gehölz- und Formschnitt vertiefen. Wem eher der Kontakt mit Kunden liegt, kann sich auf Beratung und Verkauf im Gartenmarkt einer Baumschule spezialisieren. Aber auch Lehrgänge zu Baumkontrolle und -begutachtung sowie die Qualifikation zum „Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung" (FAW), mit der man zum Beispiel für Kommunen arbeiten kann, stehen Baumschulgärtnern offen.

Um einen Meisterbrief zu erwerben, muss man nach der erfolgreich absolvierten Ausbildung mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen. Baumschulmeister können einen Betrieb selbstständig führen und selbst Baumschulgärtner ausbilden. Bereits nach zwei Jahren Berufserfahrung können Baumschulgärtner sich jedoch auch zum „staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Baumschule" ausbilden lassen. Techniker übernehmen im Wesentlichen dieselben Aufgaben wie Meister - allerdings zumeist mit dem Schwerpunkt Vermarktung und Kundenberatung.

Wer einen Meisterbrief oder das Abitur hat, kann nach der Ausbildung ein Studium beginnen, in dem die erworbenen Fachkenntnisse sehr nützlich sind - zum Beispiel Gartenbauwissenschaften, Landschaftsarchitektur, Forstwissenschaft, Forstwirtschaft oder Arboristik.

Weitere Informationen und einen Baumschulfinder gibt es auf www.zukunftgruen.de. (ts)