Bayerische Gartenakademie feiert Jubiläum

Veröffentlichungsdatum:

Gesichter zur Stimme (v.l.n.r.): Christine Scherer, Gottfried Röll und Isolde Keil-Vierheilig beantworten am „Gartentelefon“ bis zu 100 Anrufe am Tag. (Foto: LWG Veitshöchheim)

Am 20. September 2019 wurde das 25-jährige Bestehen der Bayerischen Gartenakademie mit einem Festakt am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München gebührend gefeiert.

Anlaufstelle für Grüne Fragen

Vor genau einem viertel Jahrhundert wurde die Bayerische Gartenakademie in Veitshöchheim gegründet und erlangte schnell an Popularität, selbst über die Landesgrenzen hinaus. Im Bundesgebiet gilt sie als erste Einrichtung ihrer Art und damit als Vorbild für andere Gartenakademien in und außerhalb Deutschlands. In den zurückliegenden 25 Jahren forcierte die Bayerische Gartenakademie zur wichtigen Anlaufstelle für alle Fragen rund um den eigenen Garten.

Garten als Ort der Entschleunigung

„Die Bayerische Gartenakademie leistet eine hervorragende Bildungsarbeit im Bereich des umweltgerechten Haus- und Kleingartens“, machte Ministerialdirigent Eckbert Dauer in seiner Laudatio deutlich. In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung und einer Gesellschaft, die nahezu unbegrenzte Mobilität genießt, werde der Garten eine immer wichtigere Rolle einnehmen und zu einem Ort der Entschleunigung und Regeneration werden. Besonders in Bayern mit seinen 770.000 organisierten Freizeitgärtnern - bundesweit der Spitzenwert – nehme die Gartenakademie als Beratungs-, Informations- und Bildungseinrichtung eine zentrale Rolle ein.

Gartenwissen in Theorie & Praxis

Ansässig an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) berät die Bayerische Gartenakademie neutral und unabhängig bei der Gestaltung und Nutzung von Gärten. Die Zahlen belegen die Beliebtheit der Akademie als Informationsquelle, denn in den vergangenen 25 Jahren wurden telefonisch mehr als 100.000 Fragen und über 15.000 E-Mails beantwortet. Zudem wurden mehr als 1.000 Gartentipps veröffentlicht. Zusätzlich nehmen jährlich rund 1.000 Bürger das Bildungsangebot in Form von Seminaren, Workshops und Qualifizierungsmaßnahmen in Anspruch.

Mustergarten unter Thema Biodiversität

Am Standort in Veitshöchheim befindet sich auch einer der Mustergemüsegärten, der immer wieder getreu eines bestimmten Mottos gestaltet wird und dementsprechend die verschiedenen dargestellten Themen erlebbar macht. In diesem Jahr ist der Garten ganz dem brandaktuellen Thema Biodiversität gewidmet. Jährlich organisiert die Bayerische Gartenakademie in Veitshöchheim sowie in den übrigen Mustergärten der LWG über 180 Gruppenführungen, zu denen mehr als 4.500 Besucher kommen.

Herausforderungen für die Zukunft

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten in München wurde auch ein Blick in die Zukunft und die entsprechenden Herausforderungen geworfen. In aller Munde ist die „Fridays for Future“-Bewegung, daher gilt es, besonders jungen Menschen den Garten und die einhergehende Faszination dafür zu vermitteln. „Der Einsatz von neuen Medien soll das echte Gartenerlebnis dabei nicht ersetzen, sondern vielmehr ein Öffner der realen Gartentür sein“, betonte Tanja Sixt, Vorsitzende des Gartenbauvereins München-Großhadern. Landschaftsarchitekt Anton Robl aus Furth im Wald betonte in seiner Rede, welche Bedeutung Pflanzen am Arbeitsplatz der Zukunft haben. „Besonders das Grün ist der natürliche Grundbaustein für den Aufbau von Resilienz, also der geistigen Widerstandsfähigkeit, die im heutigen hektischen und schnelllebigen Arbeitsalltag immer wichtiger wird.“ Damit sich die Pflanzen auch wohl fühlen, liefert die Bayerische Gartenakademie auch weiterhin praktische Tipps und steht für Antworten bereit.