Grüne Branche

Bayern gegen Verstreuen von Totenasche

Der Vorstoß Bremens, wo durch das neue Bestattungsgesetz das Verstreuen von Totenasche beispielsweise im eigenen Garten erlaubt wird, stößt in Bayern auf Ablehnung. Wie die Münchner Abendzeitung und diverse andere Medien berichten, sehen das bayerische Gesundheitsministerium und der Bestatterverband Bayern keinen Grund, dem Bremer Beispiel zu folgen. 

Bayern ist gegen das Verstreuen der Asche Verstorbener auf privaten Grundstücken. Foto: normankrauss/Fotolia.com

Die im Grundgesetz verankerte Totenruhe dürfe nicht gefährdet werden und sei am besten auf Friedhöfen gesichert, sagte den Angaben zufolge ein Ministeriumssprecher: „Alternative Bestattungsformen, die auf eine völlige oder zumindest sehr weitgehende Aufhebung des Friedhofszwangs hinauslaufen, erscheinen uns nicht mit der vorherrschenden Bestattungskultur aufgrund der christlichen Tradition und des Empfindens des überwiegenden Teils der Bevölkerung in Bayern vereinbar.“

Konsequenzen von Neuregelungen bedenken
Gerade in diesem Bereich müsse gut darüber nachgedacht werden, welche Konsequenzen Neuregelungen haben, wird Jörg Freudensprung, Geschäftsführer des Landesbestatterverbands, in der Abendzeitung zitiert. Denn nicht jeder Trauernde bekomme Zugang zu einem Privatgrundstück. „Ist die Asche im privaten Garten beigesetzt, ist es für all diejenigen, die nicht zum engeren Familienkreis gehören, viel schwieriger zu trauern oder Abschied zu nehmen“, so Freudensprung.

Zum 1. Januar 2015 ist in Bremen ein geändertes Bestattungsgesetz in Kraft getreten, dass die Verstreuung von Aschen Verstorbener erlaubt – etwa auf einem Aschestreufeld, auch außerhalb des Friedhofs, auf privaten, auch auf öffentlichen Nicht-Friedhofsflächen.

Verstreuung an strikte Auflagen gebunden
Die Genehmigung dafür ist aber an einige, sehr strikte Auflagen gebunden. So muss beispielsweise die verstorbene Person ihren Hauptwohnsitz in Bremen gehabt haben. Die verstorbene Person muss außerdem schriftlich einen Ausstreuungsort und einen Totenfürsorgeberechtigten bestimmt haben, der die Ascheverstreuung spätestens nach zwei Wochen gegenüber der zuständigen Behörde eidesstattlich versichert. Außerdem muss der Grundstückseigentümer der Verstreuung schriftlich zustimmen, und die Ausbringung darf nicht entgeltlich sein. (ts)