Grüne Branche

Bayerns gärtnerischer Einzelhandel hofft auf Lockerungen

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Während seit dem vergangenen Wochenende in Niedersachsen Gartenfachmärkte, Gärtnereien und Blumenfachgeschäfte wieder öffnen durften, bleibt Bayerns Landesregierung wegen der Corona-Pandemie weiter unerbittlich: Dort müssen seit dem 23. März nach den Bau- und Gartenmärkten auch Gärtnereien und Blumenfachgeschäfte geschlossen bleiben.

Bayerns Blumenfachgeschäfte, Gärtnereien und Gartencenter hoffen darauf, ab dem 20. April wieder öffnen zu dürfen. Foto: Nomad Soul/Fotolia

Bayerischer Gärtnerei-Verband sieht „kein Signal für Lockerung“

„Kein Signal für eine Lockerung“ sieht hier derzeit Jörg Freimuth, Geschäftsführer des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes (BGV) – und weiß, dass die Betriebe stark auf angekündigte Lockerungen ab dem 20. April hoffen. „Lieber im Moment noch schließen – als später“, versucht Freimuth der Situation in Bayern eine tröstliche Seite abzugewinnen.

Trotz gedrückter Stimmung zeigen sich die Bayerischen Gärtner stolz, dass es innerhalb nur eines Wochenendes gelungen ist, bei 50 Prozent der Verbandsbetriebe einen Lieferservice aufzubauen. Der läuft laut Freimuth regional mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Und bringt selbst den Unternehmen, in denen er voll ausgebucht ist, gerade einmal vielleicht 20 Prozent des zu dieser Zeit sonst üblichen Umsatzes. Aber: „Er tut der Seele gut, vermeidet, dass alle Produkte weggeworfen werden müssen“, sagt der BGV-Geschäftsführer.

Verständnis für strenge Vorgaben in Bayern hält sich in Grenzen

Das Verständnis für die strengen Vorgaben in Bayern hält sich nicht nur beim BGV, auch beim Fachverband der Floristen in Bayern, in Grenzen: Gerade erst hatten sich die Floristen auf die Verbotslage eingestellt, versucht, sich mit Lieferservice und dem kontaktlosen Ab-Hofverkauf mit Vertrauenskassen in der Situation einzurichten, als dann auch noch das Verbot für diesen Ab-Hof-Verkauf kam, kritisiert FDF Bayern-Geschäftsführer Roland Maierhofer.

Er befürchtet, dass die Bayerische Landesregierung auch den angekündigten Öffnungstermin 20. April nicht halten kann, es vielleicht sogar zu weiteren Einschränkungen kommen wird. „Die Schließung ist für unsere Branche absolut katastrophal. Je länger wir schließen, desto mehr verkauft der Lebensmitteleinzelhandel Blumen und Pflanzen, bei uns wir dann keine Nachfrage mehr sein“, befürchtet er. Wenn allerdings Gärtnereien nicht an den LEH liefern dürften, würde es noch mehr Insolvenzen geben, schränkt er ein. „Aber ob es das alles wert ist?“, so Maierhofer.

Gärtnereien in Niedersachsen konnten Vor-Oster-Run gut in Schach halten

Vielleicht können die jüngsten Erfahrungen in Niedersachsen auch in Bayern eine Lockerung eher denkbar machen: Dort war der Kundenansturm auf die frisch geöffneten Gärtnereien zwar groß, ließ sich aber mit den vorgegebenen Abstands- und Sicherungsmaßnahmen gut und recht entspannt in Schach halten.

Mehr dazu lesen Sie in der diese Woche erscheinenden TASPO 15/2020, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.

Weitere Informationen zur Corona-Krise finden Sie außerdem unter dem Newstag „Coronavirus“.

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