Grüne Branche

B&B-Geschäft: Mai 2007 brachte kalte Dusche

Für viele Einzelhändler in der grünen Branche ist die Beet- und Balkonpflanzensaison ein entscheidender Umsatzträger und ein wichtiges Barometer für das Kaufverhalten der Blumenkunden schlechthin. Bekanntlich ist das Ganze auch verbunden mit einer enormen Arbeitsspitze, die es zu bewältigen gilt. Dies bedeutet wiederum, sich bestens auf das Geschäft vorzubereiten und den Abverkauf nicht nur nach emotionalen Gesichtspunkten optimal abzuwickeln, sondern auch dafür zu sorgen, dass ein reibungsloser Warenfluss möglich ist. Einige Aspekte und Momentaufnahmen aus der Saison 2007 sollen hier und im nebenstehenden Beitrag kurz aufgezeigt werden. Wohl noch nie begann die Pflanzsaison so früh wie in diesem Jahr. Bedingt durch optimale Witterungsverhältnisse, einen „Bilderbuch-April“, sonnig, mit hochsommerlichen Temperaturen, kam der Kunde schon früh in Kaufstimmung. So setzte direkt nach dem Ostergeschäft, bereits um den 10. April, der Abverkauf mit Geranien & Co. ein. Selbst Tomatenpflanzen wurden zu diesem Zeitpunkt in vielen Fällen bereits mit angeboten. So war zur offiziellen Eröffnung der Saison im Fachhandel der „Tag der offenen Gärtnerei“– bundesweit fand er am 28. und 29. April statt – nicht wirklich die Eröffnungskampagne 2007, sondern eher eine willkommene Zwischeninszenierung. Durch den frühen Saisonstart nahm freilich der April dem Mai einiges an Umsätzen ab. Außerdem führten etliche Regentage aber auch das Pfingstfest zu Zwangspausen, die in vielen Fällen die vom Frühjahr her geschürten Umsatzerwartungen dämpften. So liegt umsatzmäßig der Mai 2007 per se deutlich unter dem Vorjahresmonat. Auch insgesamt stellte der Einzelhandel für den Mai fest, dass sich die Kunden nicht so kauffreudig zeigten wie erwartet. Als Grund wird das regnerische Wetter vermutet. Erst Ende Juni, mit Abschluss des zweiten Quartals, kann und muss Tacheles geredet werden, inwieweit sich der hervorragende Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2007 fortsetzte oder einen Dämpfer erhielt.

Unbeeinflusst von der Mehrwertsteuer-Erhöhung blieben die Preise für die Beet- und Balkonpflanzen im Einzelhandel auf konstantem Niveau. Nach wie vor ist die Preisschwelle von zwei Euro für Geranien in „Standardqualität“ fest zementiert. Wer seinen Kunden Preisattraktivität signalisieren möchte, bietet auch noch „Junior“-Qualität zu 0,99 Euro mit an. Nicht immer handelt es sich hierbei um gute, wüchsige Kleinpflanzen, sondern mehr um „Gammelware“, die eher eine bewusst abschreckende Funktion inne hat, um den Kunden auf die bessere Standard- oder Gärtnerqualität hinzulenken. Für das Ergänzungssortiment, angefangen von A wie ‘Aztekengold’ (Sanvitalia) über Bacopa, Diascia, Hängeverbenen, bis Z wie Zauberglöckchen (Calibrachoa), liegen die Preise in der typischen Einzelhandelsgärtnerei um 2,50 Euro. Auch diesbezüglich hat sich 2007 nichts geändert. Ausnahmen bestätigen die Regel. So gibt es im Lande einige Platzhirsche in gut situierten Gegenden mit hoher Kaufkraft, die ihre Geranien für 2,99 Euro im Zwölf- bis 13-Zentimeter-Topf anbieten und mit Preisen im Ergänzungssortiment aufwarten, die sogar um drei Euro liegen. Voraussetzung ist allerdings in diesen Fällen, dass nicht nur die Qualität der Pflanzen, sondern das gesamte Ambiente des Geschäfts im Firstlook präsentiert wird.

Man sagt zwar, neue Produkte sind das Salz in der Suppe eines jeden Sortiments, jedoch stößt diese Aussage im Praxisalltag auf relativ wenig Widerhall. Neue Produkte tun sich einfach schwer. Das beginnt bereits beim Produzenten, der offensichtlich lieber ein paar Geranien mehr kultiviert, als sich dem Wagnis eines neuen Produktes auszusetzen. Einzelhandelsgärtnereien mit starker Eigenproduktion sind noch am ehesten geneigt, die ein oder andere Neuheit auszuprobieren. Nach eigenen Beobachtungen gehören zu den echten Newcomern mit Etablierungschancen vor allem Euphorbia hypericifolia ‘Diamond Frost’, Mandevilla-Hybriden aus der Sundaville-Familie, Begonia ‘Doublet’-Serie und Begonia boliviensis ‘Bonfire’ sowie einige neue Strukturpflanzen, so beispielsweise neue Impomoea batatas-Sorten. Neu ist übrigens auch eine weiße Solanum rantonnetii oder die sehr großblumige Anisodontea capensis ‘Dontella’ in Pink und Purple.