Grüne Branche

BBE-Gartenmarkt-Studie: Gartenmarkt im Plus

Der Einzelhandel hat in diesem Jahr ein Minus von 1,5 Prozent zu verkraften, doch es gibt auch Bereiche, die gut wachsen. Dazu zählt auch der Gartenmarkt, sagte Dr. Horst Brandenburg von der BBE (Köln) anhand der aktuellen BBE-Gartenmarkt-Studie auf dem Gartenfachmarktkongress des Bundesverbandes Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB) in Potsdam. Das Marktvolumen der Baumärkte wird demzufolge von 2008 bis 2013 von jetzt 30 auf 31 Prozent wachsen. Auch die Fachgartencenter nehmen zu: Ihr Marktvolumen steigt in diesem Zeitraum von 13,1 auf 13,8 Prozent an. Gärtnereien und Blumengeschäfte büßen Marktvolumen ein: Von 19 Prozent schrumpft es der Prognose zufolge auf 17,5 Prozent. Relativ stabil verhalten sich die Endverkaufsbaumschulen. Aufgrund des boomenden "Grün Outdoor" schreibt ihnen die Studie eine jährliche Umsatzwachstumsrate von plus 1,6 Prozent zu.

Insgesamt geht die Studie von einem Wachstum des Gartenmarktes von 15,1 Milliarden in diesem Jahr auf 15,7 Milliarden im Jahr 2013 aus. Das entspricht einer Steigerung von rund vier Prozent.

Der wertmäßige Zuwachs kommt vor allem durch die Zusatzsortimente, die Gartencenter im Laufe der Jahre neben den Pflanzen in ihr Angebot aufgenommen haben. Der Gartenmarkt hat noch nie so stark expandiert wie in den Jahren 2007 und 2008. Den Grund sieht Brandenburg in der gelungenen Mischung zwischen dem grünen Bereich und der Hartware.

Homing-Trend wirkt positiv

Weitere Aussagen aus der Studie, die Brandenburg in Potsdam traf: Gartenbesitzer sind einkommensstärker als der Durchschnitt und auch ausgabefreudiger. Drei- bis Vier- Personen-Haushalte bilden mit 65 bis 70 Prozent die Kernzielgruppe. 30 Prozent der Gartenkunden sind Singles. 55 bis 65 Prozent der Gartenbesitzer sind selbst und häufig im Garten tätig. Das senkt die Chance auf Dienstleistung. Die Renaissance der Schrebergärten sollten Gartencenter in ihrem Angebots-Sortimentsprofil berücksichtigen.

Bei den Waren hält "Grün Indoor" mit 33 Prozent vom Umsatz das größte Segment, gefolgt von "Grün Outdoor" mit 22 Prozent. Von 2000 bis 2008 verbuchten die Bereiche Grillen, "Grün Outdoor" und Wasser im Garten ein überdurchschnittliches Wachstum. Grillen im Garten ist dabei der Gewinner. Grillen ist zum Statussymbol geworden und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geselligkeit im Garten. Die organisierten Gartencenter sind die Markttreiber, beobachtet Brandenburg. Deshalb lautet seine Empfehlung, sich zumindest Kooperationen anzuschließen.

Wie gut man Grün verkaufen kann, haben auch branchenfremde Vertriebsformen wie Tchibo und Strauss-Innovationen erkannt und Grün in ihr Sortiment integriert. Die Zahl der Mitbewerber im Gartenmarkt wird weiter wachsen. Bei den Sortimenten könnten in Zukunft Überraschungen anstehen, schätzt Brandenburg. Die Baumärkte, erwartet er, werden sich in ihren Sortimenten weiter in Richtung hochwertige Bereiche entwickeln. Wachstum über eine Flächenexpansion wird nur noch begrenzt möglich sein, ebenso wird es nur noch begrenzt zu Übernahmen kommen. Erlebnisorientierung, Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Verkaufsstätte schreibt Brandenburg künftig weiterhin Chancen zu, verbunden mit Cross Selling-Effekten. Dienstleistung könnte besonders bei der Gartenpflege Chancen haben. Trotz Krise erwartet die BBE keinen Marktrückgang im Gartenmarkt. Bedingt durch den Homing-Trend rechnet Brandenburg in diesem Jahr mit einem Plus von einem Prozent.