Grüne Branche

BdB lud zur Konferenz „Stadt.Plant.Grün“

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Unter dem Motto „Stadt.Plant.Grün“ lud der Bund deutscher Baumschulen (BdB) Mitte Oktober 2019 im Rahmen seiner EU-Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ nach Berlin ein. Der Einladung folgten rund 200 Gäste aus Kommunen und Stadtplanungsbüros, um mit Experten aus Wissenschaft und Praxis aktuelle Themen zu erörtern. Zudem wurde der BdB-Nachhaltigkeitspreis an Baumschule Hinrichs verliehen.

Abschließende Podiumsdiskussions bei der diesjährigen Konferenz des BdB. Foto: ENA/BdB/Henry Herrmann

Baum im Zentrum der Diskussionen

An zwei Veranstaltungstagen ging es rund um das Thema Baum und die aktuelle Klimadebatte. In Diskussionen um den Klimawandel führten verschiedene Vertreter ihre Sichtweisen aus. Damit Städte auch in Zukunft über ein gesundes Stadtgrün verfügen, wurde gleich zu Beginn der Baum in seiner gesamten Sortimentsbreite ins Zentrum der Veranstaltung gestellt. Kommunen müssen demnach beginnen, ihre gesamten Verwaltungshandlungen grün zu (über)denken, um dem Klimawandel zu begegnen. Dabei sei es an der Zeit, grüne Lösungen anzuwenden statt sich nur auf technische zu verlassen. Weiterhin wurde diskutiert, dass eine leistungsfähige grüne Infrastruktur auch unmittelbare Auswirkungen auf die soziale Gerechtigkeit, die Gesundheit und die Ökologie der Stadt habe. Graue und grüne Infrastruktur müssen in der Stadt endlich zusammen gedacht und umgesetzt werden. Ganzheitliche Konzepte seien heute jedoch noch zu wenig zu finden.

Bäume seien der Weg zu einer klimaneutralen Welt

Die günstigsten, effektivsten und kinderleicht vermehrbaren CO2-Speicher seien Bäume, führte Felix Finkbeiner, Gründer von „Plant for the Planet“ aus. In den kommenden 10 Jahren müssten weltweit allerdings 1.000 Milliarden Bäume in die Erde gebracht werden und die Abholzung der Regenwälder gestoppt werden, um ein Viertel der menschengemachten CO2-Emissionen zu binden.

Eco statt Ego in der Stadtplanung

Um in eine nachhaltigere Stadtplanung zu kommen, müsse ein Umdenken stattfinden. Die grünen Berufsstände sollten insgesamt radikaler denken. Statt lediglich fünf Prozent der Bausumme in der Stadtplanung für lebendiges Grün zu fordern, sollten sie auf zehn Prozent bestehen. Der Umbau des Stadtraumes habe dabei hohe Priorität, beispielsweise durch den Rückbau von Straßen. In der Planung müsse Stadtgrün endlich denselben Stellenwert erhalten wie Stadtgrau, damit es voranginge.

Zweiter Tag mit Exkursionen

Der zweite Veranstaltungstag stand im Zeichen zweier Exkursionen. Zum einen besuchten die Teilnehmer das Gelände des Parks am Gleisdreieck, einer ehemaligen Brachfläche. Diese wurde dank sorgfältiger Bürgerbeteiligung und Planung inzwischen ein grüner Lieblingsort. Die zweite Exkursion führte die Teilnehmer auf den EUREF-Campus, der als nachhaltiges Stadtquartier bereits seit 2014 die Klimaziele der Bundesregierung für 2050 erfülle.

Nachhaltigkeitspreis der deutschen Baumschulwirtschaft

Erstmals hat der BdBim Rahmen des Kongresses den „Nachhaltigkeitspreis der deutschen Baumschulwirtschaft“ verliehen. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, überreichte den mit 3000 Euro dotierten Preis an die Baumschule Hinrichs aus dem Ammerland.
„Mit dem Preis wollen wir einzelne Betriebe stellvertretend für die ganze Branche sichtbar machen. Denn nicht nur die Gehölze sind nachhaltig, sondern auch die Produktion in den deutschen Baumschulen“, so Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des BdB. „Der Preis dient auch dazu, dass sich die Betriebe darüber bewusst werden, welche Umweltleistungen sie in ihrer täglichen Arbeit erbringen. Viele Baumschulen leisten Vorbildliches im Bereich Nachhaltigkeit, machen sich das aber noch zu wenig bewusst.“

Nachhaltigkeit in umfassender Weise

Die Baumschule Hinrichs aus Edewecht im Ammerland begreift Nachhaltigkeit dabei in umfassender Weise. Die Produktion in Pflanztöpfen wird hochmodern durch einen geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreislauf vollzogen. Seit Jahren verwendet die Baumschule stark torfreduzierte Substrate. Zudem wird der Boden bevorzugt mit organischen Substraten angereichert. Die innerbetrieblichen Transportwege werden fast ausschließlich mit Elektrofahrzeugen betrieben. Und auch der Arbeitsschutz hat einen hohen Stellenwert, Arbeitsabläufe werden möglichst körperschonend durchgeführt. Auf den zweiten Platz schaffte es die Baumschule Lorberg aus Tremmen bei Berlin, Rang drei sicherte sich die Clematis-Baumschule Kruse aus Melle.