Grüne Branche

BdB: Mittelmeer-Akzente lieber mit heimischen Gehölzen setzen

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Mit einem aus Italien mitgebrachten Olivenbaum lässt sich nicht nur mediterranes Flair in den Garten holen, sondern im schlimmsten Fall auch Schaderreger wie Xylella fastidiosa, warnt der Bund deutscher Baumschulen (BdB) zur bevorstehenden Urlaubssaison – und hofft, mit dem Verweis auf Pflanzen aus heimischen Betrieben das Einschleppungsrisiko eindämmen zu können.

In einigen Regionen Italiens wütet aktuell das Feuerbakterium Xylella fastidiosa, weshalb der BdB vor pflanzlichen Souvenirs wie etwa Olivenbäumen warnt. Foto. Cesare Palma/Fotolia

Keine pflanzlichen Souvenirs aus dem Ausland

„Pflanzen sollte und darf man nicht einfach so aus dem Ausland mit nach Hause bringen“, erklärt Gärtnermeister René Essel von den Bosman Baumschulen im nordrhein-westfälischen Wermelskirchen. Nicht nur wegen der Gefahr, mit dem pflanzlichen Souvenir eventuell Schädlinge und Krankheiten aus dem Urlaubsland nach Deutschland einzuführen, sondern auch wegen der gesetzlichen „Ein- und Ausfuhrbestimmungen, über die man sich im Vorfeld informieren sollte“, appelliert Essel.

Ein weiterer Aspekt, den viele Urlauber mitunter unterschätzen: „Pflanzen aus dem Süden haben Schwierigkeiten mit dem deutschen Winter und kommen mit den andersartigen Böden hier oft schlecht zurecht“, so Essel. „Wenn Ihnen eine spezielle Pflanze im Urlaubsland so gut gefällt, dass Sie sie unbedingt zuhause um sich haben wollen, fotografieren Sie sie und gehen Sie mit dem Foto zu ihrer örtlichen Baumschule“, rät der Gartenfachmann.

Baumschulen können Gehölze für mediterranes Flair besorgen

In der Regel können Fachbetriebe die abgebildeten Pflanzen beschaffen oder eine vergleichbare Alternative für den heimischen Garten besorgen. So biete sich etwa aufgrund ihrer zumindest von weitem gegebenen optischen Ähnlichkeit die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia) als „Ersatz“ für einen Olivenbaum aus Italien an.

Mittelmeer-Akzente ließen sich zudem mit dem platanenblättrigen Maulbeerbaum (Morus platanifolia) oder der Mispel (Mespilus germanica) setzen, und auch Kletterpflanzen wie die Trompetenblume (Campsis) oder immergrüne Gewächse wie beispielsweise der Mittelmeerschneeball (Viburnum tinus) unterstützen das mediterrane Flair im Garten. Begleitend gepflanzte Gräser, Säckelblumen (Ceanothus), Zistrosen (Cistus), Lavendel oder Kräuter – etwa Rosmarin, Salbei, Thymian und Oregano – könnten das Bild zusätzlich abrunden.

„Fatal, wenn sich Xylella auch hierzulande ausbreiten würde“

Da die bei Baumschulen in Deutschland gekauften Pflanzen laut BdB frei von eingeschleppten Schädlingen sind, hofft der Verband, mit seinem Appell zur Urlaubszeit unter anderem der Verbreitung des Feuerbakteriums Xylella fastidiosa hierzulande einen Riegel vorschieben zu können. „Da Xylella viele Wirtsbäume hat und zum Beispiel auch Obstbäume wie Pflaumen, Kirschen und Birnen befallen kann, wäre es äußerst fatal, wenn sich das Bakterium auch hierzulande ausbreiten würde“, so der BdB.