Grüne Branche

BdB und ZVG gehen getrennte Wege

, erstellt von

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) hat form- und fristgerecht gekündigt und beendet seine Mitgliedschaft im Zentralverband Gartenbau (ZVG) zum Ende des Jahres. Als Gründe sind inhaltliche und strukturelle Differenzen genannt.

BdB-Wintertagung im Januar: Mehrheitlich stimmten die Mitglieder dem Vorhaben zu kündigen zu. Foto: Christian Malsch/BdB

„Krisensituation“ birgt Chancen

„Ich bin ganz sicher, dass in der augenblicklichen ‚Krisensituation‘ eine große Chance liegt, um uns gemeinsam auf neue Wege in eine gute verbandspolitische Zukunft zu begeben“, kommentiert BdB-Präsident Helmut Selders den Austritt aus dem ZVG.

Es seien bereits Vorkehrungen für eine Selbstständigkeit getroffen, wie der Umzug von Pinneberg nach Berlin, eine bundesweite kostenlose Rechtsberatung sowie die Mitgliedschaft in der Einkaufsgesellschaft der Bauwirtschaft (Bamaka). Weiterhin werde es keine Auswirkungen auf Personal oder Finanzen im Baumschul-Fachverband geben.

Fortsetzung der inhaltlichen Zusammenarbeit gewünscht

Trotz Austritt soll nach dem Willen des BdB-Präsidiums die inhaltliche Zusammenarbeit beider Interessenvertretungen nicht an ihr Ende kommen. Bereits heute arbeiten beide Verbände in der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) zusammen. Auch bei der Initiative „Grün für Stadt und Land“, die vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) und dem BdB ins Leben gerufen wurde, ist eine Zusammenarbeit vorgesehen, da im gestalteten Grün wichtige Aspekte einer lebensfreundlichen Umwelt liegen.

Politischer Nutzen für gesamten Gartenbau?

Weitere Themen, wie die Zukunft des Ausbildungssystems, der Umgang mit der Pflanzengesundheit und den damit verbundenen Fragen des Pflanzenschutzes oder etwa die große gesellschaftliche Diskussion um die Lebensgrundlagen für Insekten in der freien Natur, beschäftigen und betreffen alle grünen Verbände, so der BdB. Bei diesen und vielen anderen Themen sei der Baumschul-Verband begehrter Ansprechpartner der Politik. Selders ist davon überzeugt, dass der gesamte deutsche Gartenbau daraus politisch Nutzen ziehen kann.

Ein weiteres wichtiges Zukunftsprojekt aus Sicht des BdB ist und bleibt das „Grüne Dach“, in dem alle Fachsparten repräsentiert sind. Hier gelte es, die vielversprechenden Ansätze aus dem Jahr 2012 weiter zu verfolgen.

ZVG bedauert Kündigung des BdB

ZVG-Präsident Jürgen Mertz bedauert die Trennung sehr, wie er in seiner Stellungnahme gegenüber der TASPO erklärt. „Die künftige Zusammenarbeit der Verbände und eventuelle Auswirkungen der Kündigung werden Gegenstand unserer folgenden Gremiensitzungen sein. Selbstverständlich garantieren wir unseren Mitgliedern die Leistungen des ZVG in jedem Fall weiterhin in vollem Umfang.“

Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbands Gartenbau Nordrhein-Westfalen, sieht die Kündigung des BdB kritisch: „Wir sollten eher an einem Strang ziehen als uns immer mehr zu vereinzeln“, erklärte sie gegenüber der TASPO.

Bereits „Grünes Dach“ in NRW

„Zum Glück haben wir in NRW bereits ein ‚Grünes Dach‘ und praktizieren es auch. Eher würden wir es gerne noch ausdehnen und mit weiteren Verbänden zusammenarbeiten. Bei uns sind die Baumschulen Mitglieder im Landesverband Gartenbau. Entsprechend werden wir sie auch weiter betreuen, denn wir stehen zu unseren Baumschulen.“

Mehr zum Austritt des BdB aus dem ZVG lesen Sie in der TASPO 27/2018, die am 6. Juli erscheint.