Grüne Branche

BdB vor neuer Beitragsstruktur

Auf der kommenden Wintertagung des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) in Goslar soll eine neue Beitragsordnung beschlossen werden, die als neuen Faktor den Pflanzenumsatz neben den Beitragshektaren und einem künftig ungestaffelten Grundbeitrag enthält.

BdB-Hauptgeschäftsführer Rechtsanwalt Jürgen Pfaue stellte das Konzept, das eine Verbandsarbeitsgruppe aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Verbandsvertretern erarbeitet hat, auf der Wintertagung des Landesverbandes Hannover kurz vor Weihnachten vor. Ziel sei, zu mehr Beitragsgerechtigkeit zu kommen. Denn bislang hatten beispielsweise Betriebe, die bei gleich großer Fläche umsatzschwache Sträucher produzierten, genauso viel zu entrichten, wie ein Containerbetrieb, der auf gleicher Fläche mit viel Personal deutlich mehr Pflanzenumsatz erzielt.

Nach dem vorgeschlagenen Modell auf Basis des aktuellen Etatvolumens von rund 680.000 Euro entrichtet jeder Mitgliedsbetrieb einen gleich hohen und nicht mehr gestaffelten Grundbetrag von 100 Euro, was bei rund 1.000 Mitgliedsbetrieben 100.000 Euro ergibt. Der Restbedarf vom bisherigen Budget in Höhe von 580.000 Euro soll dann zu 50 Prozent über die Hektare und zu 50 Prozent über den Pflanzenumsatz aufgebracht werden.

Der entsprechende Betrag aufgeteilt auf derzeit 7.843 Beitragshektare ergebe 37 Euro je Hektar. Für die zweite Resthälfte, gehe die Arbeitsgruppe von einem gemeldeten Pflanzenumsatz von geschätzt rund 650 bis 850 Millionen Euro aus. Daraus errechne sich ein Faktor von 0,45 bis 0,35 und durchschnittlich 0,40, was bedeuten würde, dass 40 Euro je 100.000 Euro gemeldeten Pflanzenumsatz zu zahlen wären.

Der BdB will laut Pfaue eine Umfrage zu den Pflanzenumsätzen durchführen, um genauere Informationen zu dem Faktor und zur Belastung der Betriebe zu erhalten.

Wie verändert sich aufgrund der neuen Beitragsordnung die Belastung bei unverändertem Etatvolumen, das allerdings auch noch einer Erhöhung bedarf?

Bei einem Ein-Hektar-Betrieb mit 150.000 Euro Pflanzenumsatz und einem Hektarbeitrag von neu 37 Euro statt bisher 60 Euro, einem Umsatzfaktor von 0,4 und einem Grundbeitrag von neu generell 100 Euro statt bisher 82 Euro (bisher gestaffelt) errechnet sich ein Beitrag von alt 142 Euro und neu 197 Euro. Bei einem 20 Hektar-Betrieb mit einem Pflanzenumsatz von 2,5 Millionen Euro errechnet sich: alt 1.548 Euro, neu 1.840 Euro. Bei 28 Hektar und einer Million Umsatz ergibt sich: alt 2.271 Euro, neu 1.536 Euro.

Diskutiert habe die Arbeitsgruppe auch, welche Beitragserhöhung nach zehn Jahren ohne Beitragsanpassung, der nur im vergangenen Jahr eine erste Erhöhung folgte, notwendig wäre. Denn das Einsparungspotenzial in der Geschäftsstelle bei bereits erfolgtem Personalabbau sei ausgeschöpft und die inzwischen zum Ausgleich des Finanzbedarfs auftretenden Entnahmen aus dem Vermögen sollen künftig vermieden werden.

Den zukünftigen Bedarf schätzte die Arbeitsgruppe laut Pfaue auf 850.000 Euro. Dies sind rund 24 Prozent und damit deutlich mehr als aktuell. Werde dies im neuen Modell für die erwähnten Beispielsbetriebe berücksichtigt, ergibt sich: für den Ein-Hektar-Betrieb mit 150.000 Euro Umsatz ein Anstieg von 142 Euro auf nun 224,5 Euro, für den Betrieb mit 20 Hektar und 2,5 Millionen Pflanzenumsatz eine deutliche Steigerung von 1.548 auf 2.335 Euro und für den Betrieb mit 28 Hektar und einer Million Pflanzenumsatz dagegen eine Entlastung von 2.271 auf 1.954 Euro.

Der Vorschlag der Arbeitsgruppe enthält ferner noch Deckelungen und Grenzen für die Beitragserhebung. So soll es beim hektarbasierten Beitrag eine neue Obergrenze für die Fläche von 250 Hektar geben. Die Flächenumlage dürfte somit bei 48 Euro liegen und der Faktor für den umsatzbasierten Beitrag bei geschätzt rund 0,5 mit einer geschätzten Spanne von 40 bis 60 Euro je 100.000 Euro Pflanzenumsatz. Jeder Betrieb soll sich ferner einer von 13 Umsatzklassen zuordnen. Bei der untersten "bis 150.000 Euro" wären 75 Euro zu zahlen, bei der obersten "zehn Millionen und mehr" 5.000 Euro.

Deckelung nach unten: Da im neuen System einige Betriebe entlastet werden sollen, steigt dagegen die Belastung für andere. Die Entlastungswirkung soll deshalb nicht größer als 24 Prozent sein, weshalb bei der neuen Struktur kein Betrieb nach der Erhöhung weniger bezahlen soll als bisher.

Zur Deckelung nach oben gebe es als noch vage Zielgröße maximal nicht mehr als 30 oder 35 Prozent im Vergleich zu bisher. Ferner soll im unteren Bereich die Erhöhung maximal 150 Euro nicht übersteigen.

Die zum Verband gehörenden so genannten Vermarktungsbetriebe sollen ebenfalls mit einbezogen werden. Sie bezahlen derzeit einen Festbetrag von 1.128 Euro. Es gebe den Vorschlag, auch hier eine Staffelung vorzunehmen.