Beet- und Balkonpflanzen: Saison 2021 übertrifft Erwartungen

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Trotz kalter Maiwitterung ging es zum Einkaufen von Balkon- und Terrassenpflanzen. Foto: Norbert Elgner

Die Beet- und Balkonsaison ist ein zweites Mal unter Corona-Bedingungen gelaufen. Es gab ein schwunghaftes Geschäft mit Pflanzware, das sogar die hervorragende Saison 2020 noch toppen konnte, was sicherlich kaum jemand erwarten konnte.

Situation 2021 Corona-bedingt ähnlich wie im Vorjahr

Wieder war die Situation in 2021 Corona-bedingt ähnlich wie im Vorjahr. Je nach Inzidenz blieb der sonstige Einzelhandel geschlossen oder konnte nur im Click & Meet- und Click & Collect-Betrieb weiterlaufen. Menschen blieben mehr zuhause – viele von ihnen, die über einen Garten, Balkon oder eine Terrasse verfügten, deckten sich in Gärtnereien und Gartencentern mit ihren Lieblingspflanzen ein. Wie sich nun diese außergewöhnliche Nachfrage des Konsumenten in der Saison 2021 tatsächlich in Daten und Fakten niederschlug, geht aus Folgendem hervor. Was die Beurteilung der abgelaufenen Beet- und Balkonsaison 2021, speziell im süddeutschen Raum, anbelangt, so ergibt sich diese nach eigenen Auswertungen von elf identischen Einzelhandelsgärtnereien und vielen Gesprächen mit Betriebsleitern und Marktteilnehmern.

Sonderveranstaltungen zum Start in die Saison fielen aus

Von den Temperaturen her entpuppte sich der zweitwichtigste Umsatzmonat als kältester der vergangenen 40 Jahre. Obwohl die Konsumenten pandemiegestresst in den Startlöchern saßen, entwickelte sich wetterbedingt das Pflanzgeschäft doch noch etwas zögerlich. An Ostern allerdings, bei strahlendem Sonnenschein, herrschte riesiger Andrang, der dem Grünen Einzelhandel Spitzenumsätze in die Kassen spülte. Auch heuer fielen in den Einzelhandelsgärtnereien Sonderveranstaltungen zum Start in die Saison aus. Somit war auch ein „Tag der offenen Tür“ als bewährte Kick-off-Aktion nicht durchführbar. Insgesamt lag der April 2021 umsatzmäßig zwar noch um starke 47,6 Prozent über dem als Referenz dienenden April 2019, jedoch fehlten zum gigantischen Vorjahresmonat 12,2 Prozent, was voll auf eine geringere Kundenfrequenz zurückzuführen war.

Umsatzplus im Mai und Juni gegenüber den Vorjahresmonaten

War Ende April die Aufregung noch groß, inwieweit der Grüne Fachhandel weiter inzidenzunabhängig geöffnet bleiben kann, zeichnete sich Anfang Mai die Fortführung der bisherigen Regelung in den meisten Bundesländern ab. Einzelne Bundesländer konnten aber noch strengere Infektionsschutzmaßnahmen vornehmen, als es die Bundesnotbremse erlaubte. So war etwa im Saarland das Einkaufen nur mit negativem Corona-Test möglich, was freilich nicht ohne Folgen auf den Geschäftsverlauf blieb. Auch in Rheinland-Pfalz war in Landkreisen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 nur noch Click & Collect möglich. Obwohl sich auch der Mai wettermäßig als viel zu kalt zeigte, hielt es die Kunden nicht mehr länger zurück. Der Hauptumsatzmonat übertraf in nahezu allen Betrieben noch den bärenstarken Mai 2020 und zwar mit einem durchschnittlichen Umsatz-Plus von 19,1 Prozent. Weiterhin lagen über 80 Prozent der Betriebe mit ihrem kumulierten Umsatz über dem Vorjahresniveau.

Infolge des relativ kühlen Mais hielt die Nachfrage nach Beet- und Balkonpflanzen auch im Juni weiter an. Es entwickelte sich für die Nachsaison ein Geschäftsbetrieb, der in allen ausgewerteten Fällen mit Abstand der stärkste war, der je in einem Juni verzeichnet werden konnte. In Zahlen ausgedrückt übertraf der Auswertungsmonat umsatzmäßig den des Vorjahres um 31 Prozent, gegenüber 2019 sogar um 44,9 Prozent. Zurückzuführen ist das Juni-Ergebnis im Vergleich zu 2020 auf eine Steigerung der Kundenfrequenz um 14,1 Prozent und des Umsatzes pro zahlenden Kunden um 11,4 Prozent.

Kunden gaben 2021 pro Kopf mehr für Beet- und Balkonpflanzen aus

Ein Blick über das gesamte zweite Quartal zeigt, dass es im zweiten Pandemiejahr zu einer Umsatzsteigerung von durchschnittlich 9,3 Prozent kam. Gegenüber 2019 ergibt sich ein Plus von 45,9 Prozent. Glaubte man nach der Saison 2020, dass die Nachfrage nach Beet- und Balkonpflanzen bedingt durch die außergewöhnlichen Corona-Einschränkungen eine einmalige Angelegenheit gewesen wäre, so zeigte die Folgesaison 2021, dass unter weitgehend unveränderten Bedingungen sogar noch mehr geht. Allerdings resultierte das Umsatzplus quartalsübergreifend auf eine Steigerung des Umsatzes pro Kunde von 30,10 Euro auf 32,57 Euro, während sich die Kundenfrequenz nahezu auf gleichem Niveau wie im zweiten Quartal 2020 bewegte.

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