Grüne Branche

Beet- und Balkonpflanzentag Hannover-Ahlem: Richtig präsentiert, können Pflanzen für sich selbst erzählen

Nur mit schönen Geschichten und Präsentationen, die der einzelnen Pflanze einen besonderen Wert geben, wird es dem grünen Einzelhandel künftig gelingen, den Weg aus der Preisspirale zu finden. Mit diesem Apell kam Marketingberater Reiner Buchal (Gartenbauberatungsring, Hannover) zum Beet- und Balkonpflanzentag nach Hannover-Ahlem – und hatte einen ganzen Packen guter Ideen gleich mit im Gepäck. Buchal geht es dabei in erster Linie darum, dass die Pflanze an sich schon eine Geschichte, einen Nutzen vermittelt – was mit recht einfachen Mittel zu erreichen ist. „Die Ranken dieser Pflanze werden mehr als drei Meter lang“ – ein einfacher Satz, der den individuellen Charakter einer Pflanze herausstellt. Ähnliches bewirkt eine Pflanzenzusammenstellung mit dem gut lesbaren Titel „Duftgarten, Standort sonnig“ oder „Hier finden Sie Pflanzen für heiße, sonnige Standorte“. Laut Buchal geht es also nicht um lange, umständliche und zeitaufwändig lesbare Erzählungen zu einer Pflanze, sondern um die kurze und prägnante Darstellung eines einzelnen Produktaspektes. „Bei uns gewachsen“ – ein Regionalaspekt, der für Buchal in Einzelhandelsgärtnereien noch viel zu wenig genutzt wird. Immer wieder, so der Berater, fänden auch Bereiche Anklang, die mit der eigentlichen Saison, beispielsweise Beet- und Balkon, eigentlich nichts zu tun haben. Angebote für „sich Trauende (Hochzeit)", „für Genießer“ oder „für Forscher und Entdecker“ – einfache Ausschilderungen, die sich vom Gärtner phantasievoll mit Leben füllen lassen.

Gerade in letzter Zeit habe es auch in der Presse viele Veröffentlichungen mit Pflanzen, vor allem auch im Zusammenhang mit Lifestyle gegeben. Pflanzen tauchten vermehrt im Rahmen von „Was ist in?“ – Aufzählungen einschlägiger Trendmagazine auf. „Nutzen Sie das, reißen Sie einen solchen Artikel heraus, laminieren Sie ihn, machen Sie Ideen daraus zu einem Thema – bieten Sie beispielsweise den ‘blauen Garten’ an“, fordert Buchal. Lange Winterabende böten Zeit, solche Ideen auszuarbeiten und die Ausschilderung vorzubereiten. Insgesamt, so lobte der Berater, sei zu merken, dass die Einzelhandelsgärtnereien endlich anfingen, aktive Preispolitik zu betreiben: „Es kommt Bewegung in die Produkt- und Preispolitik – das freut mich.“ Eine Tendenz, die aber auch zwingend notwendig erscheint: Insgesamt registrierte Buchal in seinem Beratungsgebiet zwar leicht gestiegene Preise (plus 1,4 Prozent), aber enorme Preisspannen zwischen den Betrieben, teilweise sogar für die gleiche Ware in denselben Topfgrößen. Für Lantanen bewegten sich die Preise beispielsweise zwischen 1,50 und fünf Euro, bei Petunien zwischen 1,90 und 3,90 Euro. „Es muss etwas passieren, damit sich die Preise besser entwickeln!“