Grüne Branche

Beet- und Balkonsaison so gut wie selten zuvor

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Nach einem guten Frühjahrsgeschäft und einem hervorragenden Muttertag „brummte“ es in den vergangenen Wochen auch bei den Beet- und Balkonpflanzen, wie eine Umfrage bei der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte (VDB) ergab. „Ausnahmslos alle Gärtner sprechen von einer sehr guten Saison, von durchgängig guter Stimmung auch bei den Kunden“, fasst beispielsweise Reiner Wilk vom Blumengroßmarkt (BGM) in Frankfurt am Main zusammen.

Jens Grotum mit Pelargonien, die besonders gut liefen. Foto: Jens Grotum/BGM Hamburg

Er berichtet von „einem gleichmäßig guten Verlauf, ohne hektische Spitzen oder tiefe Täler“ sowie „deutlichen Umsatzsteigerungen nicht nur gegenüber dem Vorjahr, sondern ebenfalls im langjährigen Vergleich“.

Verändertes Verbraucherverhalten

Für Köln kann Raimund Korbmacher diese Einschätzung nur bestätigen. „So eine gute Saison haben wir sehr, sehr selten erlebt, teilweise waren fast alle 600 Parkplätze belegt“, reflektiert der BGM-Geschäftsführer die vergangenen Wochen. Für den Mai verzeichnet Köln für den Gesamtmarkt gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von über sieben Prozent (Erzeuger 6,2 Prozent, Großhandel 8,5 Prozent)!

„Sehr gut, so etwas haben wir selten erlebt“, meint denn auch Gert Hieber, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes in Stuttgart. „Die Beet- und Balkonsaison löste ganz harmonisch die Frühjahrssaison ab, es hat keine zeitlichen Brüche gegeben“, freut er sich. Als Betreiber eines Wochenmarktstandes bemerkt er aber, dass sich das Verbraucherverhalten gegenüber der jüngeren Vergangenheit verändert hat.

„Es wird nicht mehr alles auf einmal und es wird verstärkt an unterschiedlichen Stellen gekauft, die Konsumenten werden immer wählerischer“, meint Hieber. Diese Tendenz zur Qualität bestätigt auch Reiner Wilk aus Frankfurt, der in diesem Zusammenhang von „stark steigenden Verkäufen an den Fachhandel und einer spürbaren Stagnation der Verkäufe in den Systemhandel“ berichtet.

Geranien der Renner

In das Horn der Zufriedenen stößt auch Peter René Hecker. „Allgemein gute Stimmung, sehr stabiles, gleichmäßiges Geschäft, ein deutliches Plus im Mai, keine besonderen Produktvorlieben, wobei Geranien dann doch ein Renner waren“, fasst der Geschäftsführer des Düsseldorfer Blumengroßmarktes zusammen. Gute Umsätze also, „obwohl es recht kalt“ war und daher die Friedhofsbepflanzungen erst „nach Pfingsten richtig begannen“.

Und wie Reiner Wilk in Frankfurt hat auch Hecker die eigentlichen Gewinner der Saison im Fachhandel ausgemacht: „Wir haben seit drei Jahren ein Mitglied, das früher im organisierten Handel gearbeitet und in diesem Jahr bestätigt hat, dass seine Geschäfte mit dem Fachhandel auf dem BGM florierten, während hingegen der organisierte Handel schwächelte“. Kündigt sich da eine Verschiebung zu Gunsten des Fachhandels an?

Den einzigen kleinen Ausreißer in einer insgesamt hervorragenden Saison gab es in Hamburg. „Es war im ganzen Mai zu kühl. Um nicht zu sagen: Häufig war es noch bitter kalt“, kommentiert Klaus Bengtsson vom Blumengroßmarkt der Hansestadt die Wetterkapriolen. Die witterungsbedingte Zurückhaltung der Konsumenten mit Blick auf die Bepflanzungen wird verständlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass in vielen Privathaushalten noch Anfang Juni die Heizungen liefen.

Weitere Ergebnisse der Umfrage zur Beet- und Balkonsaison 2015 bei der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte lesen Sie in der aktuellen TASPO 25/2015.