Grüne Branche

Bei B&B-Pflanzen Energie einsparen: mehrere Wege führen zum Ziel

Die Energiepreise bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau und es ist kein Rückgang der Kosten zu erwarten. Deshalb testete die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, an welchen Stellen im Anbau von Beet- und Balkonpflanzen sich noch Energie einsparen lässt.

Pelargonien (14/20°C HT/LT) mit unterschiedlichem Kulturstart (KW 7, 9, 11 und 13). Foto: Haas

Ausgehend von großen Jungpflanzen, so genannten XXL-Jungpflanzen, produzierte sie in vier Sätzen und unterschiedlichen Klimaführungen. Der Anbau erfolgte ab Kalenderwoche (KW) 7 in vier Sätzen im Abstand von 14 Tagen.

Kultiviert wurden die Pflanzen in vier Gewächshäusern mit jeweils unterschiedlichen Einstellungen für Heizung (HT) und Lüftung (LT):

  • HT 5 Grad/LT 20 Grad
  • HT 8 Grad/LT 14 Grad
  • HT 8 Grad/LT 20 Grad
  • HT 14 Grad/LT 20 Grad

Fazit: Eine 14-tägige Verschiebung des Kulturstarts von KW 7 auf KW 9 reduzierte den Energiebedarf um rund 30 Prozent, ein Start in KW 11 sogar um 50 Prozent. Bei einem späten Kulturbeginn in KW 13 werden die Energiekosten nahezu unbedeutend. Die Bewertung der Pflanzenqualitäten in KW 18 und 19 ergab, dass durchaus mehrere Kulturmethoden zum Ziel führen können.

Allerdings verhielten sich die Pflanzenarten und -sorten nicht einheitlich. Die Regelstrategie mit Temperaturuntergrenzen von acht Grad und Lüftungstemperaturen von 20 Grad ergab gute Pflanzenqualitäten. Viele Arten präsentierten sich trotz starker Temperaturschwankungen sehr kompakt und waren rechtzeitig zum Absatztermin verkaufsfertig.

Im Vergleich zur warmen Gewächshausvariante (HT 14 Grad/LT 20 Grad) kann dies bedeuten, dass zwar der Kulturstart geringfügig früher einzuplanen ist, aber die Energiekosten insgesamt erheblich reduziert werden können.

Niedrigere Tagesmitteltemperaturen, wie sie beispielsweise bei HT 8 Grad/LT 14 Grad erzielt werden, verzögerten in der Regel das Wachstum und die Blütenbildung. Bei gesteuerten Kulturen und festen Absatzterminen scheint diese Vorgehensweise mit hohem Risiko behaftet zu sein und damit wenig praktikabel.

Weitere Ergebnisse: Schwankungen der Luftfeuchte im Pflanzenbestand führten nicht zwingend zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Pilzkrankheiten. Der Großteil der untersuchten Pflanzenarten zeigte während der gesamten Kulturzeit keine Krankheitssymptome.

Grundsätzlich können viele Beet- und Balkonpflanzen also wesentlich energieeffizienter kultiviert werden als angenommen, folgert die Hochschule.

Der späte Kulturstart (KW 10 bis KW 12) und/oder die Einhaltung von Temperaturuntergrenzen seien einfache Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden können und wirtschaftlichen Erfolg versprechen. Kurze Kulturzeiten stellten aber auch hohe Ansprüche an die gesamte Produktionskette.

Da die Korrekturmöglichkeiten von Wachstumsdefiziten beschränkt seien, sind termingerechte und zuverlässige Lieferung, zügiges Wachstum oder gute Bestockung der Jungpflanzen wichtig sowie Vorbehandlungen der Jungpflanzen, wie beispielsweise Stutzen, seien speziell bei einer späten Auslieferung für einige Pflanzenarten unerlässlich und lägen in der Verantwortung der Jungpflanzenbetriebe. Mehr dazu in der in der Gärtnerbörse 10/2014. (ts)