Grüne Branche

Bergenie: Staude des Jahres 2017

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Die Bergenie war lange Zeit ein klarer Fall von „verkanntes Genie“, dabei ist sie attraktiv in Blatt und Blüte, vielseitig, unkompliziert, verlässlich und in zahlreichen wintergrünen Varianten erhältlich. Jetzt wurde sie vom Bund deutscher Staudengärtner (BdS) zur Staude des Jahres 2017 gekürt.

‘David’ (Bergenia Hybride) schmückt sich ab April mit leuchtend rosaroten Blüten, ein reizvoller Kontrast zu den vom Winter noch rot-grün verfärbten Blättern. Foto: GMH/G. Gieseler

Ihr bisheriges, sprichwörtliches „Schattendasein“ beruht auf einem Missverständnis, denn die Bergenie galt jahrzehntelang als Schattenpflanze und wurde entsprechend an wirklich dunkle Plätze unter Bäumen gepflanzt. Dort fühlt sich jedoch eigentlich nur die Kaschmir-Bergenie (Bergenia ciliata) richtig wohl, eine der wenigen nicht wintergrünen Arten. Alle anderen Bergenien vertragen zwar lichten Schatten, entwickeln sich aber umso besser, je sonniger sie stehen.

Bergenien: super Solisten, tolle Teamplayer

Dass sich Bergenien am liebsten auf sonnigen Flächen tummeln, überrascht nicht, wenn man ihre Herkunft kennt: Sie stammen aus Gebirgsregionen in Ostasien. Dort wachsen die meisten Arten auf Kies- und Geröllflächen mit einigermaßen frischer, nährstoffreicher Erde. Entsprechend sollten sie auch im Garten verwendet werden, dann sind sie robuste, ganzjährig schöne Strukturpflanzen und blühen überreich.

Im Beet bilden Bergenien beispielsweise den passenden Kontrast zu zarten Gräsern und grazilen Stauden wie der Sterndolde (Astrantia), auch in Kombination mit verschiedenen Wolfsmilcharten (Euphorbia), Storchschnabel (Geranium) und Astern kommen sie gut zur Geltung. Beliebt sind Bergenien aber auch als elegante Einfassungsstauden, denn sie kaschieren Beetränder, ohne zu Stolperfallen zu werden.

An Teichen fügen sie sich außerhalb der Sumpfzone harmonisch in die Uferbepflanzung ein. Und in Steingärten oder Pflanzgefäßen können sie sich einzeln oder in Gruppen richtig in Szene setzen.

Bergenien bringen Farbe in den Garten

Bergenien beleben die Gartenszenerie rund ums Jahr. Im Winter mit dem ersten Frost leuchten die Blätter in den herrlichsten Rottönen. Dieser Anblick bleibt auch dann noch erhalten, wenn sich je nach Art und Sorte von März bis Ende Mai feste Stängel mit großen weißen, rosafarbenen, pinken oder purpurroten Glockenblüten aus der Erde schieben. Sehr früh blühende Sorten sind allerdings spätfrostgefährdet und sollten nur an geschützten Stellen gepflanzt werden.

Das Sortiment hält aber auch zahlreiche später blühende, attraktive Sorten bereit. ‘Pink Dragonfly’ etwa besticht durch seine spannende Farbkombination von leuchtend rotem Herbstlaub und zartrosafarbenen Blüten, die nach einiger Zeit in Lachsrosa umschlagen. Auch ‘Joker’ (rosa, dezente Herbstfärbung), ‘Oeschberg’ (pink, intensive Herbstfärbung) und ‘Eroica’ (pink-violett, im Herbst rot-grün mit leuchtend roter Blattunterseite) zählen zu den empfehlenswerten Sorten, ebenso die rosafarbene Sorte ‘Herbstblüte’, die ab August ein weiteres Mal blüht.

Mit Dünger blühen Bergenien auf

Bergenien vertragen erstaunlich viel Trockenheit, freuen sich aber trotzdem über einen nährstoffreichen Boden und etwas Wasser, wenn es lange nicht geregnet hat. Gedüngt wird im März und, etwas zurückhaltender, noch einmal im Juni, entweder mit Kompost oder mit einem Volldünger. Gegen die in manchen Gärten auftretenden Dickmaulrüssler helfen Nützlinge: Nematoden der Gattung Heterorhabditis bacteriophora.

Wenn Bergenien nach einigen Jahren weniger reichblütig werden und sich die Rhizome aus der Erde schieben, werden sie geteilt. Stattdessen kann man die Rhizome aber auch einfach mit einem Messer anschneiden oder bei großen Pflanzungen mit einem scharfen Spaten ins Rhizom stechen. Dort treiben sie dann frisch aus und blühen wieder überreich.