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Berlin: mehr Bäume, mehr Kontrollen, bessere Pflege

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Die Pflege von Berlins Straßenbäumen soll verbessert werden, die zwölf Bezirke der Bundeshauptstadt haben sich ambitionierte Ziele gesteckt. Um diese zu erreichen, wurden die finanziellen Mittel für Baumpflege drastisch erhöht.

Die Zielvereinbarung gilt lediglich für Berlins Straßenbäume, nicht für die Bäume in den Parks und Wäldern der Bundeshauptstadt. Foto: Mhajr Invincible/Pexels

87 Euro pro Berliner Straßenbaum

14,8 Millionen Euro mehr pro Jahr werden für die etwa 431.000 Berliner Straßenbäume bereitgestellt, wie die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mitteilte. Damit stehen für den Unterhalt der Straßenbäume rund 37,5 Millionen Euro zur Verfügung – pro Baum entspricht das 87 Euro. Das erhöhte Pflegebudget ist auch nötig, betrachtet man die Ziele, die sich die Bezirke der Hauptstadt in der in bestem Beamten-Deutsch benannten „Zielvereinbarung zur gesamtstädtischen Steuerung zur Stabilisierung des Bestandes an Straßenbäumen in bezirklicher Verwaltung“ selbst gesteckt haben.

Wie aus dieser lyrischen Bezeichnung hervorgeht, bezieht sich die Zielvereinbarung lediglich auf Straßenbäume, nicht auf die Bäume in Berlins Parks und Stadtwäldern. So wird etwa ein Zielwert von 95 Prozent lebender Straßenbäume, gemessen an potenziellen Straßenbaum-Standorten angegeben, als verbindliche Untergrenze wurde 90 Prozent festgelegt. Als Vergleich: 2019 waren nur rund 89,5 Prozent aller Straßenbaum-Standorte tatsächlich mit lebenden Bäumen bepflanzt.

Mehr Kontrollen, aber nicht alle Pflegemaßnahmen werden durchgeführt

Auch die Kontrolle von Stadtbäumen soll häufiger durchgeführt werden: In 2019 wurden nur etwa 87,4 Prozent aller Bäume kontrolliert. Als neuer verbindlicher Mindeststandard wurde eine Kontrolle pro Baum pro Jahr festgelegt. Der erwünschte Zielwert liegt allerdings noch etwas höher: 125 Prozent – einige Straßenbäume sollen also mehrfach pro Jahr kontrolliert werden. Kontrolle alleine bringt jedoch nicht viel, wenn die daraus hervorgehenden nötigen Pflegemaßnahmen nicht durchgeführt werden – an dieser Stelle ist die Zielsetzung in der Hauptstadt nicht mehr ganz so ambitioniert. Nur 39,7 Prozent aller nötigen Pflegemaßnahmen in 2019 wurden auch tatsächlich durchgeführt. Der erwünschte Zielwert liegt laut der Zielvereinbarung bei 60 Prozent, mindestens sollen 45 Prozent aller nötigen Maßnahmen auch erfolgen.

Lohnende Geschäftsmöglichkeiten für GaLaBau-Unternehmen?

Als Grund für diese eher nüchterne Zielsetzung nennt die Zielvereinbarung neben einem jahrelangem Vollzugsdefizit und der bisherigen Ressourcenlage einen Mangel an Fachkräften: „Baumpflege ist ein Spezialgebiet des Garten- und Landschaftsbaus. Diese Fachkräfte beziehungsweise entsprechenden Fachfirmen sind auf dem Markt nur sehr begrenzt vorhanden.“ Der Abbau dieses Defizits werde also einige Zeit benötigen. Aus der Kombination von Fachkräftemangel und erhöhten Mitteln zur Baumpflege ergeben sich sicherlich für den ein oder anderen GaLaBauer lohnende Geschäftsmöglichkeiten.

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