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Berlin und Hamburg schlagen Friedhöfe für Weltkulturerbe vor

Die beiden jüdischen Friedhöfe in Berlin-Weißensee und Hamburg-Altona sollen neben anderen Stätten in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen werden. Der Berliner Senat hatte Anfang Juli beschlossen einen Welterbeantrag zu stellen, die Stadt Hamburg hat den Altonaer Friedhof bei der Kultusministerkonferenz (KMK) angemeldet. Die KMK entscheidet darüber, welche Stätten auf die offizielle Vorschlagsliste der Bundesrepublik kommen und in die Bewerbungsphase bei der Unesco einsteigen.

Der Jüdische Friedhof Weißensee wurde 1880 vom Architekten Hugo Licht im Nordosten Berlins auf rund 42 Hektar angelegt. Er verfügt über mehr als 115.000 Grabstellen mit herausragenden Bau- und Bildwerken der Grabmalkunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Namhafte Persönlichkeiten des Deutschen Kaiserreiches und der Weimarer Republik sind dort beigesetzt.

Der rund zwei Hektar große Jüdische Friedhof Altona entstand von 1611 bis 1616. Er ist der älteste jüdische Friedhof im heutigen Hamburg und der älteste portugiesisch-jüdische Friedhof in Nordeuropa. Einzigartig ist, dass hier sefardische (portugiesische) und aschkenasische (deutsche und osteuropäische) Juden nebeneinander beerdigt sind. Komplett oder in Fragmenten erhalten sind unter anderem rund 1.600 portugiesische Steine.

fk