Grüne Branche

Bernadotte-Stiftung vergibt Auszeichnungen für Landespflege und Gartenkultur

Der Lennart-Bernadotte-Preis für Landespflege geht in diesem Jahr an Dr.-Ing. Gesa Geißler (Berlin). Geißler bekam den mit 5.000 Euro dotierten Preis am vergangenen Samstag auf der Insel Mainau überreicht. Ebenfalls am Samstag vergeben wurde die Sonja-Bernadotte-Medaille für Gartenkultur an Elisa Ueckert und Christine Gack aus Dresden für ihre gemeinsame Diplomarbeit. 

Die Vorstandsmitglieder Christian Graf Bernadotte (l.), Björn Graf Bernadotte (2. v. l.), Volkmar Theodor Leutenegger (4. v. l.) und Bettina Gräfin Bernadotte (2. v. r.) sowie die Vorsitzende des Vorstands der Lennart-Bernadotte-Stiftung, Prof. Dr. Dagmar Schipanski (3. v. r.) gratulieren den Preisträgerinnen Elisa Ueckert (3. v. l.), Christine Gack (5. v. l.) und Dr. Gesa Geißler (r.). Foto: Mainau

Mit der an der Technischen Universität (TU) Dresden entstandenen Diplomarbeit „Freilandfarne in der Pflanzenverwendung – zur Sortimentsentwicklung in Deutschland und Großbritannien vom 19. bis 21. Jahrhundert“ von Elisa Ueckert und Christine Gack wird erstmals ein sehr gutes Gemeinschaftswerk mit der mit 1.000 dotierten Sonja-Bernadotte-Medaille für Gartenkultur prämiert.

Historische Entwicklung des Farnsortiments
Ziel der Diplomarbeit war die Ermittlung und der Vergleich der historischen Entwicklung des Farnsortiments in den beiden Ländern. Wie die Insel Mainau dazu mitteilt, ist es den beiden Verfasserinnen in einer sehr gut strukturierten Arbeit gelungen, abgrenzbare historische Mode-Erscheinungen und deren Bedeutung in der aktuellen Pflanzenverwendung, die historische Variationsbreite verschiedener Farnarten sowie deren aktuelle Verfügbarkeit aufzuzeigen und einen in diesem Umfang bisher einzigartigen Farnkatalog über im Handel erhältliche winterharte Freilandfarne vorzulegen.

Ueckert studierte von 2008 bis 2014 Landschaftsarchitektur an der TU Dresden und absolvierte parallel zum Studium verschiedene Praktika in Baumschulen, einem Weingut und einem Ingenieurbüro. Gack studierte ebenfalls von 2008 bis 2014 Landschaftsarchitektur an der TU Dresden und absolvierte Praktika in Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus sowie der Landschaftsarchitektur.

Lennart-Bernadotte-Preis für Landespflege
Mit dem mit 5.000 Euro dotierten Lennart-Bernadotte-Preis für Landespflege wurde in diesem Jahr die mit „summa cum laude“ bewertete Dissertation „The Role of Environmental Assessment and Environmental Planning in Renewable Energy Diffusion in the US and Germany“ (Die Rolle von Umweltprüfung und Umweltplanung bei der Verbreitung der erneuerbaren Energien in den USA und in Deutschland) von Gesa Geißler gewürdigt.

Die Doktorarbeit wird von den Gutachtern als eine der besten Arbeiten der letzten Jahre gesehen. Sie geht der Frage nach, welche Hindernisse die politisch gewollte, zügige Verbreitung erneuerbarer Energien erschweren und wie diese überwunden werden können. Dazu hat die Autorin laut Information gesetzliche Vorgaben, Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie deren häufiges Instrument, die Umweltprüfungen, an Fallbeispielen aus den USA und Deutschland analysiert. Sie leitet aus dieser Analyse wertvolle Hypothesen zur Rolle von Umweltprüfungen bei der Verbreitung erneuerbarer Energien und zur Notwendigkeit einer Anpassung der Prüfung ab.

Geißler war nach dem Studium der Landschaftsplanung von 2002 bis 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Lehraufgaben an der Technischen Universität Berlin im Fachgebiet Umweltprüfung und Umweltplanung.

Auszeichnungen für herausragende wissenschaftliche Arbeiten
Der Lennart-Bernadotte-Preis für Landespflege wird seit 1990 für herausragende Dissertationen an deutschsprachigen Universitäten verliehen, die sich in besonderem Maße mit Fragen der Raumordnung und des Umweltschutzes beschäftigen und zu dem notwendigen Ausgleich zwischen Technik, Wirtschaft und Natur beitragen, wie ihn die „Grüne Charta von der Mainau“ seit 1961 fordert.

Mit der „Sonja-Bernadotte-Medaille für Gartenkultur“ werden herausragende Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten an deutschsprachigen Hochschulen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße mit Themen der Gartenkultur und der Landespflege befassen. (ts)