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Bessere Tomaten dank Menschenurin?

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Forscher der Universität Gent in Belgien haben herausgefunden, dass Tomaten, die mit der Hilfe von bestimmten Algen gedüngt wurden, farbkräftiger und schmackhafter sind als herkömmlich angebaute Früchte. Der Knackpunkt: Die verwendeten Algen wurden mit Hilfe menschlichen Urins gewonnen.

Könnte die Tomatenproduktion durch Algen, die Dank menschlichen Urins gewonnen werden, einen deutlichen Schritt in Richtung Zukunft machen? Foto: Fotolia Dusan Kostic

Algen: Vom Menschenurin zu stabiler Lösung für den Anbau

Der leitende Wissenschaftler Joeri Coppens ist sich sicher, eine umweltverträglichere Lösung im Vergleich zu Dünger gefunden zu haben, der auf der Basis von Tierausscheidungen gewonnen wird. „Wir haben es geschafft, menschlichen Urin in eine stabile und sichere Lösung für den Anbau von Nahrungsmitteln zu verwandeln“, wird Coppens von Online-Portal Hortibiz zitiert.

Die mit Hilfe des Urins gezüchteten Microalgen hätten einen deutlichen Effekt auf die behandelten Tomatenkulturen gezeigt. „Die Tomaten wiesen 30 Prozent mehr Zucker und 70 Prozent mehr Farbpigmente auf als herkömmlich gezogene Früchte“, berichtet der wissenschaftliche Leiter.

Produktion von Nahrungsmitteln für die Raumfahrt

Coppens sieht hier vor allem einen Nutzen für die Raumfahrt: „Diese Art der Wiederaufbereitung eröffnet uns neue Möglichkeiten, um während Mars- oder Mondmissionen Nahrungsmittel anzubauen.“ Bald soll das Projekt ausgeweitet werden.