Grüne Branche

Bestatter: Bundesverband befürwortet Meisterpflicht

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Nachdem die Große Koalition in Berlin die Ausweitung der Meisterpflicht für verschiedene zulassungsfreie Gewerke vorantreibt, sprechen sich auch der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) und seine Mitgliedsunternehmen ausdrücklich für die Einführung einer Meisterpflicht aus und setzen auf breite Unterstützung mit dem Motto: „JA! Zum Bestattermeister“.

Jeder Fehler könne zu einem bleibenden Schaden führen, sagen die Bestatter und hoffen auf Einführung der Meisterpflicht. Foto: Kzenon/Fotolia

Durch Qualität und Qualifikation von Mitbewerbern absetzen

„Im aktuellen Wettbewerbsumfeld – unter aggressivem Zuwachs provisionsbasierter Portale und negativer Öffentlichkeitswirkung auf die gesamte Bestatter-Branche durch unqualifizierte Marktteilnehmer – ist es immanent wichtig, dass wir uns durch Qualität, Qualifikation und Transparenz von diesen Mitbewerbern deutlich absetzen“, erklärt Stephan Neuser, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter (BDB), und sieht den Meisterbrief als Garant für die Qualität der vielfältigen Leistungen eines Bestatters.

„Gerade in unserem Handwerk, wo jeder Fehler zu einem bleibenden Schaden führen kann und es oft keine zweite Chance gibt, ist der fachgerechte Umgang mit Verstorbenen auf der einen Seite und trauernden Angehörigen auf der anderen Seite zwingend notwendig“, betonte Neuser gegenüber der Presse.

Meisterpflicht für Bestatter setzt Mindestanforderungen fest

Das Bestattungsgewerbe habe erhebliche eigene Anstrengungen unternommen, um die Qualifikation im Bestattungsgewerbe sicherzustellen. „Die Ausbildung und Weiterbildung war immer zentraler Gegenstand unserer Bemühungen, um sowohl einen hohen Qualitätsstandard als auch Sicherheit für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewährleisten“, schreibt Neuser in einem Statement des BDB.

Aufgrund der Tatsache, dass der Ausbildungsberuf „Bestattungsfachkraft“ erst wenige Jahre alt sei, gebe es deutlich mehr Bewerber als freie Ausbildungsstellen. Die Meisterpflicht wird Neuser zufolge dafür Sorge tragen, dass eine größere Anzahl von Betrieben die nötige Ausbildungsberechtigung erhält. „Wir erwarten darüber hinaus eine weitere Steigerung der Qualität und Transparenz im Bestattungsgewerbe, weil für die nachhaltige unternehmerische Betätigung durch eine Meisterpflicht Mindestanforderungen an Unternehmen und Unternehmer festgeschrieben werden.“

Letztlich muss jeder Leistungen eines Bestatters in Anspruch nehmen

Da die Bestattung im besonderen Augenmerk der Bevölkerung liege und letztlich jeder die Leistungen eines Bestattungsunternehmens in Anspruch nehmen muss, sei es gerechtfertigt, auch von gesetzgeberischer Seite die Meisterpflicht für das Bestatter-Handwerk einzuführen, so Neuser.

Neben den Bestattern hoffen noch weitere Verbände und Innungen auf die Ausdehnung der Meisterpflicht. Dazu gehören die Berufe Orgelbauer, Glaser, Brauer, Rollladen- und Jalousien-Bauer sowie die Schilder- und Lichtreklame-Hersteller.