Grüne Branche

Bestattungen: „Outsourcing“ aus Kostengründen?

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Kommunen halten die Kosten für die Bestattung mittelloser Verstorbener ohne ermittelbare Hinterbliebene gerne so gering wie möglich und ordnen meist eine Einäscherung nebst anonymer Beisetzung an. Ebenfalls üblich ist eine Grabstelle fernab des letzten Wohnorts – die Bestattung wird quasi an einen kostengünstigeren Friedhof „outgesourct“.

Die Beisetzung Mittelloser erfolgt oft anonym und zum Teil weit vom Wohnort des Verstorbenen entfernt. Foto: Aeternitas

Über solch einen Fall wird aktuell in Schleswig-Holstein diskutiert. Laut Medienberichten verlegt die Gemeinde Bordesholm in der Nähe von Neumünster ihre behördlich angeordneten, anonymen Bestattungen Mittelloser auf einen über 100 Kilometer entfernten Waldfriedhof im niedersächsischen Wingst. Als Grund gibt die Kommune an, das habe sich durch eine Ausschreibung so ergeben.

Aeternitas: Jeder Verstorbene hat Recht auf Beisetzung am Wohnort

Solche ortsfernen, behördlich veranlassten Beisetzungen hat die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas scharf kritisiert und für jeden Verstorbenen den Anspruch auf eine letzte Ruhestätte an seinem Wohnort gefordert. Zudem sollte eine Grabstätte mit Namensnennung obligatorisch sein, sofern der Verstorbene nichts anderes verfügt hat.

„Auch eine vom Verstorbenen gewünschte Sargbestattung muss ermöglicht werden, insbesondere wenn eine Feuerbestattung dessen religiösen Überzeugungen widerspricht“, betont Aeternitas. Ausschlaggebend dürfe nicht allein die Kostenfrage sein, denn auch Mittellose beziehungsweise Menschen, die in Vergessenheit geraten sind, haben nach Ansicht der Verbraucherinitiative „ein Anrecht auf ein sie würdigendes Andenken“.