Grüne Branche

Bestattungen.de-Award 2012: Friedhof Ohlsdorf gewinnt als schönster Friedhof

Die Gewinner der Bestattungen.de-Awards 2012 stehen fest. Zu Deutschlands schönstem Friedhof kürte die Jury in diesem Jahr den Friedhof Ohlsdorf in Hamburg, der bei der Award-Premiere im vergangenen Jahr noch den zweiten Platz belegt hatte.

Das Riedemann Mausoleum inmitten der idyllischen Parkfriedhof-Anlage des Friedhofs Ohlsdorf. Foto: Friedhof Ohlsdorf

Mit seinen 391 Hektar ist der Friedhof Ohlsdorf der größte Parkfriedhof der Welt und gleichzeitig Hamburgs größte Grünanlage. Eine Besonderheit der idyllischen Anlage sind die Themengrabfelder, zu denen unter anderem der Rosenhain zählt sowie der Garten der Schmetterlinge. Diese werden durch die Bepflanzung mit Stauden und Blütensträuchern angelockt und finden sich zudem als Symbol auf den Grabsteinen.

Auf Platz zwei wählte die Jury den Münchener Waldfriedhof, Platz drei geht in diesem Jahr an den Hauptfriedhof in Mainz. Doch auch bislang eher unbekannte Anlagen wie der im Bayerischen Wald gelegene Friedhof Zwiesel gehören zu den zehn Bestplatzierten. „Die Vielfalt der deutschen Friedhofskultur ist beeindruckend. Friedhöfe sind ein wichtiger Teil unserer Kulturgeschichte“, ist Jury-Mitglied Rainer Ruff, Generalsekretär des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, überzeugt.

Mit dem jährlich vergebenen Bestattungen.de-Award werden aber nicht nur die schönsten Friedhöfe prämiert. Die prominent besetzte Experten-Jury – zu der in diesem Jahr neben Kardinal Lehmann und Rainer Ruff unter anderem der Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke und die Präsidentin der Europäischen Totentanz-Vereinigung, Dr. Uli Wunderlich, gehörten – zeichnet in den weiteren Kategorien die jeweils schönsten Grabsteine, Gräber, Urnen und Särge aus.

Gewinner in der Kategorie Särge sind die Münchner Designerinnen „Gastroph und Jünger – weiß … über den Tod hinaus“ mit einem schlichten Truhensarg, der bereits zu Lebzeiten als Schrank genutzt werden kann. Platz eins bei den Urnen belegt „Abendgold Designurnen“ aus Köln mit einer kubischen, goldgetönten Holzurne, die mit einem zarten Blütenmotiv versehen ist. Von der „Steinbildhauerei Timothy Vincent“ aus Wetter stammt der schönste Grabstein, ein aus Glas gefertigtes Sinnbild einer Familie, die ihr Kind verloren hat. Den ersten Preis in der in diesem Jahr neu geschaffenen Kategorie „schönstes Grab“ erhält Thomas Schubert aus Wernigerode, der für seine verstorbene Frau ein individuelles Grab mit selbst gestaltetem Grabstein schuf.

Der Bestattungen.de-Award wurde 2011 als unabhängiger Branchenpreis zur Förderung der Bestattungskultur ins Leben gerufen. Den Kandidaten soll der Award zudem eine Möglichkeit bieten, bundesweit auf ihre Arbeiten aufmerksam zu machen. Für die Nominierungen können Angehörige und Interessierte Vorschläge aus dem gesamten Bundesgebiet einreichen. Friedhöfe und Hersteller können sich darüber hinaus selbst bewerben.

Vergeben wird der Bestattungen.de-Award seit seiner Premiere im vergangenen Jahr mit Unterstützung von Vertretern aus Kirche, Wissenschaft, Bestattungskultur und Hospizarbeit. (ts)