Grüne Branche

Betriebswirtschaft: Neues Kennzahlenheft zum Jahr 2011/12 liegt vor

Welche Gewinne wurden in guten oder weniger guten Betrieben erzielt, wie setzten sich die Kosten zusammen und andere Aspekte beinhalten die Kennzahlen für den Betriebsvergleich im Gartenbau, die das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau (ZBG) nun in Ausgabe 56 vorgelegt hat.

Ausgewertet wurden über 1.000 Abschlüsse von Gartenbau-Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet. Weitere Zahlen zu verschiedenen Untergruppen und Spezialisierungsrichtungen im Gartenbau finden sich im Ergänzungsband.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Ausgaben dieser Reihe wurden laut ZBG einige Änderungen vorgenommen, um die Entwicklung in den Unternehmen differenzierter abzubilden.

So wird nun die Kennzahl „Fläche mit landwirtschaftlichen Kulturen“ in den Sparten mit überwiegender Freilandproduktion ausgewiesen. Darunter wird auch die Fläche mit Gründüngung gefasst. Darüber hinaus geht die im Vergleich zu den einfachen Freilandflächen höhere Produktivität von Freiland-Containerflächen im Zierpflanzenbau nun über einen eigenen Faktor in die Berechnung der Einheitsquadratmeter (EQM) ein. Bei den Topfpflanzenbetrieben wird nun eine Gruppe von Betrieben ohne Freilandflächen ausgewiesen.

Da der Auswertung vollständige Jahresabschlüsse zugrunde liegen, stünden die Daten erst viele Monate nach Ende der Bezugsperiode zur Verfügung. Dementsprechend zeige sich in der nun vorgelegten Ausgabe auch der Effekt der EHEC-Krise, die im Mai 2011 zu drastischen Einbrüchen der Nachfrage vor allem bei Blattsalaten, Tomaten und Gurken geführt hat und sich nur langsam im weiteren Jahresverlauf wieder erholte.

Die im zweiten Teil des Heftes dargestellte Entwicklung identischer Betriebe macht laut ZBG die Auswirkungen dieser Nachfragekrise sichtbar: Für die Unterglas- und Freiland-Gemüsebaubetriebe ist ein deutlicher Erfolgsrückgang im Auswertungszeitraum 2011/11-12 gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Dieses Vorjahr war allerdings für die Unterglasbetriebe besonders erfolgreich, sodass eine Verschlechterung gegenüber dem Zeitraum 2009/09-10 nur bei den Topfkräuterbetrieben zu verzeichnen ist.

Die auf den Freilandanbau von Gemüse spezialisierten Betriebe mussten dagegen 2011 und 2011/12 gegenüber beiden Vorjahren deutliche Rückgänge bei den Erfolgszahlen hinnehmen, heißt es weiter. Innerhalb des Auswertungszeitraumes seien besonders die Abschlüsse des Kalenderjahres 2011 betroffen.

Erfreulich sei dagegen die positive Entwicklung bei den Teilnehmerzahlen in der Sparte Baumschule, die sich mit 49 mehr als verdoppelt hat. Dank des Engagements von Jörg Fieseler seien darin auch Betriebe aus dem Anbaugebiet Pinneberg enthalten, sodass sich die Aussagekraft deutlich verbessert habe. Weitere Infos und Bezug unter www.zbg.uni-hannover.de. (hlw)