BGI: Großhandel hält die Lieferketten aufrecht

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Der BGI erklärte in einer Meldung, dass die Lieferketten trotz der Corona-Pandemie aufrechterhalten werden. Foto: Sabine van Erp / Pixabay

Im Zuge der Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus‘ herrscht Unsicherheit im Blumenfachhandel. Unterschiedliche Regelungen der Bundesländer und sich stetig ändernde Vorgaben tragen zur Verwirrung bei. Wie der Verband des deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) mitteilt, sollen die Lieferketten aber dennoch aufrechterhalten werden.

Uneinheitliche Regelungen sorgen für Verwirrung

Der Entwicklung der Lage ändert sich nahezu täglich und wird gravierende wirtschaftliche Folgen bis hin zu existenzbedrohenden Auswirkungen auf die gesamte Branche haben. Der BGI stehe seit dem Beginn der Maßnahmen zur Einschränkung der Ausbreitung des Coronavirus‘ durch die Bundesregierung und die Bundesländer in engem Kontakt mit seinen Mitgliedern. Aufgrund der unterschiedlichen Handhabung der Bundesländer, in Bezug auf die Schließung von Bau- und Gartenmärkten, Gartencentern und Blumenfachgeschäften und den Markthandel mit Blumen und Pflanzen, ist die Situation sehr uneinheitlich. An verlässliche Informationen zu gelangen stellt sich als sehr schwierig heraus, sowohl für die Großhändler, als auch für den Einzelhandel und im Besonderen für die Blumenfachgeschäfte. Vor der wechselnden Nachrichtenlage und der Verunsicherung der Verbraucher haben etliche Betriebe bereits „vorsorglich“ geschlossen.

Aufrechterhaltung der Versorgung mit eingeschränkten Mitteln

Aufgrund dieser Lage haben die meisten Schnittblumengroßhändler ihre Fahrverkaufstouren eingestellt. Allerdings laufen die jeweiligen Webshops, sowie telefonische Bestellungen weiter. Viele Unternehmen stehen ihren Kunden mit eingeschränkten Öffnungszeiten zur Verfügung, Bestellungen werden ausgeliefert oder können an den Standorten abgeholt werden. Der Facheinzelhandel, der seine Geschäfte öffnen darf oder seine Dienstleistungen aufrechterhält, kann sich daher mit Blumen und Pflanzen versorgen. Der für den Großhandel logistische Aufwand kann zwar nicht kostendeckend erfolgen, aber mit Blick auf die schwierige Situation des Blumenfachhandels und die Kundenbeziehungen nach Corona, sehen sich eine ganze Reihe von Großhändlern in der Pflicht, die Grundversorgung zu gewährleisten. Hier bewähren sich langfristige Partnerschaften in der Wertschöpfungskette. Darüber hinaus müssen Lieferketten von der Produktion bis in den Handel aufrechterhalten werden. Die Ware für die nun beginnende Beet- und Balkonpflanzensaison steht bereit und die BGI-Mitglieder unternehmen alles, damit diese Ware im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten den Markt erreicht.

BGI fordert Soforthilfeprogramm für Kleinunternehmer und Mittelstand

Laufende Kosten ohne oder mit deutlich geringeren Einnahmen zu erwirtschaften, gestaltet sich bei eingeschränktem Betrieb sehr schwierig bis aussichtslos. Kurzfristige Kredite sorgen zwar auf kurze Sicht hilfreich, bleiben jedoch nicht nachhaltig, daher fordert der BGI nicht rückzahlbare Förderungen, um die Basis aus klein- und mittelständischen Unternehmen, die die Branche prägen, am Leben zu erhalten. Nur so können Betriebe, ihr Geschäft auch nach der Krise fortzusetzen. Auch die Sicherstellung und Aufrechterhaltung der europäischen und internationalen Lieferketten mit Frischeprodukten über alle Grenzen hinweg sei wichtig. Blumen- und Pflanzen müssen laut BGI uneingeschränkt zu diesen Frischeprodukten zählen.

BGI fordert internationale Solidarität

80 Prozent aller in Deutschland verkauften Schnittblumen werden über die Niederlande importiert. Der BGI beobachte aus diesem Grund die Entwicklungen bei Produktion und Handel in diesem wichtigen Partnerland. Die gegenseitigen Abhängigkeiten werden auch für die Zukunft eine große Rolle spielen. Der BGI sei mit seinen niederländischen Partnern und Mitgliedern im engen Austausch und unterstütze die Aufrechterhaltung der dortigen Strukturen im Rahmen seiner Möglichkeiten. Viele Schnittblumen stammen aus Afrika und Südamerika. Die aktuelle Situation hat auch dort existenzbedrohende Ausmaße. Der BGI appelliert deshalb besonders an das deutsche Entwicklungsministerium und die Europäische Union, diese Länder jetzt nicht zu vernachlässigen, sondern im Rahmen der Möglichkeiten die Existenzgrundlage zu sichern.

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