Grüne Branche

BGI-Jungunternehmer im Chaos von Paris

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Eine Informationsreise zum weltgrößten Blumenmarkt endete jäh in dem Chaos von Paris, das durch die terroristischen Anschläge ausgelöst wurde, berichten die BGI-Jungunternehmer.

Während des Besuches im Großmarkt konnte keiner der BGI-Mitglieder erahnen, dass der Abend in den Terroranschlägen von Paris enden würde. Foto: BGI

Lage des französischen Großhandels für Blumen und Pflanzen

Insgesamt 19 Teilnehmer der Netzwerkgruppe im Verband des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels waren am 13. November nach Paris angereist, um sich dort auf dem Marché international de Rungis über die Lage des französischen Großhandels für Blumen und Pflanzen zu verschaffen. Der Großmarkt Rungis erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 60 Hektar und beschäftigt 25.000 Mitarbeiter.

50 Prozent weniger Schnittblumenhändler

Bereits um vier Uhr frühs begann der geführte Besuch des Großmarktes und zwar in der Fischhalle. Den Abschluss der Führung bildete der Besuch der Schnittblumenhalle. Hier erfuhren die Jungunternehmer, dass in den letzten fünf Jahren rund 50 Prozent der Händler weggebrochen sind. Dementsprechend gibt es in der Blumenhalle sehr viel Leerstand, was einen recht deprimierenden Eindruck hinterlässt. Als Ursache für diesen enormen Einbruch wurde der Gruppe der starke Direkt-Handel mit den Niederlanden genannt. Einzig französische Hortensien waren noch sehr vermehrt vertreten.

Wachstumstendenzen waren hingegen beim Besuch des ebenfalls auf dem Großmarktgelände ansässigen Cash & Carry Marktes Végètal festzustellen. Auch in Frankreich liegt Outdoor-Ware sehr im Trend. So konnte sich die Baumschulabteilung des Marktes in den letzten Jahren stetig vergrößern.

Terroranschläge: „Mit dem Schrecken davon gekommen“

Bei einem gemeinsamen Abendessen in der ältesten Brasserie von Paris sollten die Erlebnisse des Tages besprochen werden. Was als gelungener Abschluss dieses informativen Tages geplant war, fand dann aber durch die Terroranschläge, die ganz in der Nähe zur Brasserie stattfanden, ein jähes Ende.

„Auf einmal wurde es sehr hektisch im Restaurant und auf den Straßen ringsherum“, berichtet Ann Elbers, die die Informationsreise organisiert hatte. „Wir haben uns dann direkt und eilig auf den Weg in unser Hotel gemacht. Einige konnten noch ein Taxi erwischen, andere mussten den Weg zu Fuß durch das Chaos bewältigen. „Zum Glück ist keinem der neunzehn Teilnehmer außer einem ordentlichen Schreck etwas passiert, und am Sonntag waren alle wieder wohlbehalten bei ihren Familien.“