BGI: Muttertag sorgt für „gute Stimmung“ im Blumenhandel

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Der Blitzumfrage zufolge waren bei den Muttertagssträußen in diesem Jahr vor allem Rosa- und Pastelltöne beliebt, außerdem bunte sommerliche Sträuße. Foto: Kirchhoff/BGI

Umsatzsteigerungen von bis zu 40 Prozent gegenüber 2019 im Großhandel und Warteschlangen vor den Blumenfachgeschäften – „der diesjährige Muttertag hat das Zeug, Rekorde zu brechen“, so die Einschätzung des Verbands des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) nach seiner aktuellen Blitzumfrage.

Umsatz zieht im Großhandel bereits in der Woche vor Muttertag an

„Deutlich angezogen“ habe der Umsatz im Großhandel bereits in der gesamten Vorwoche, so der BGI – ab Donnerstag seien sämtliche Bestell- und Einkaufsmöglichkeiten voll ausgelastet gewesen, bis Samstag gingen Online-Verkauf, Bestellungen per Fax oder Telefon sowie der Absatz in den Cash & Carry-Märkten „extrem nach oben“. Selbst die noch direkt am Muttertag nachgelieferte Ware war laut der Blitzumfrage des Verbands bis zum Abend verkauft. Regionale Unterschiede oder Besonderheiten zeigten sich demnach in diesem Jahr nicht – wobei sich dem BGI zufolge „besonders die Händler in Bayern freuten“, nachdem das Muttertagsgeschäft im vergangenen Jahr wegen geschlossener Blumengeschäfte im Freistaat eher schwierig war.

In vielen anderen Bundesländern war das Geschäft mit Blumen zum Muttertag jedoch auch 2020 gut gelaufen, was bei den Großhändlern in diesem Jahr zu einer erhöhten Risikobereitschaft bei der Vororder geführt habe. „Wir haben viel bei den Gärtnern vorbestellt, trotz der Unsicherheit, ob unsere Kunden öffnen dürfen – hat gut geklappt“, sagte etwa ein bayerischer Großhändler in der BGI-Blitzumfrage. „Wir haben gut vorgeplant und ein großes Risiko genommen“, sagte demnach auch ein bundesweit ausliefernder Kollege – die Vorbestellungen aus dem Blumenfachhandel gaben dem Mut der Großhändler Recht: Einige von ihnen konnten laut BGI im Vergleich zu 2019 Umsatzsteigerungen von bis zu 40 Prozent verbuchen. Bei Großhändlern, die vorsichtiger agiert hatten, wurde die Ware dagegen schnell knapp.

Großhändler müssen für beliebte Produkte tief in die Tasche greifen

Höher als im Vorjahr lag der BGI-Blitzumfrage zufolge das Preisniveau für zum Muttertag beliebte Produkte – und das bereits in der gesamten Vorwoche. Tief in die Tasche greifen mussten Großhändler demnach insbesondere für Pfingstrosen, Lisianthus und Levkojen, die Preise gingen aber auch für Volumenbringer wie Grün und florales „Beiwerk“ nach oben. Rosen, Tulpen, Sommerblumen, Germini und blühende Zimmerpflanzen wurden in diesem Jahr ebenfalls sehr gut nachgefragt. Ausgezeichnet sei das Geschäft zum diesjährigen Muttertag auch für hochwertige Rose aus Ecuador und Kolumbien gelaufen, wobei sich bei den Importeuren insgesamt gezeigt habe, dass immer noch nicht genug Waren- und Frachtraumkapazität vorhanden ist. „Wir hätten noch mehr und besser verkaufen können“, lautete entsprechend hier das Fazit.

Rekordumsätze konnten laut BGI die Versteigerungen von Royal FloraHolland erzielen – 43 Millionen Euro mehr als 2019 wurden in der Woche vor Muttertag demnach umgesetzt. Wie der niederländische Vermarkter ergänzend dazu meldet, lag der Umsatz in der Kalenderwoche 18 insgesamt bei über 170 Millionen Euro. Der Wochenrekord sei damit bereits zum dritten Mal in diesem Jahr gebrochen worden. 286 Millionen Stiele und Pflanzen wurden nach Angaben von Royal FloraHolland in diesem Jahr in der Woche vor Muttertag verkauft, zehn Prozent mehr als 2019. Der Durchschnittspreis lag um 21 Prozent über dem Niveau von 2019, an der Uhr sogar um 27 Prozent.

Kunden bereit, „für gute Blumen gute Preise zu bezahlen“

Mit Blick auf den Blumenfacheinzelhandel berichtet der BGI in diesem Jahr vom „best Muttertag ever“ – fast alle hätten sich laut der Blitzumfrage enthusiastisch über die Warteschlangen vor ihren Geschäften geäußert. Dies sei umso erfreulicher, da alle großen Lebensmittelketten im Vorfeld erneut Blumengeschenke auffällig und preisaggressiv beworben hätten. Ausgezahlt habe sich im Fachhandel, dass viele Blumengeschäfte inzwischen mit einem eigenen Online-Shop arbeiten oder an große Vermittler wie Fleurop angeschlossen sind. Bereits am Donnerstag waren im Facheinzelhandel den Angaben zufolge die Bestellmengen des Vorjahres erreicht, kurzfristige Bestellungen, die über die Vermittler eingingen, konnten am Sonntag von vielen gar nicht mehr bearbeitet werden. Was die Blitzumfrage des BGI ebenfalls ergab: Die Kunden in den Blumenfachgeschäften waren in diesem Jahr bereit, „für gute Blumen gute Preise zu bezahlen“ – Sträuße für 30 bis 40 Euro seien in diesem Jahr bei vielen Facheinzelhändlern eher die Regel als die Ausnahme gewesen.

► Wie das Muttertagsgeschäft in diesem Jahr bei den Blumengroßmärkten und Vermarktern wie Landgard und Veiling Rhein-Maas gelaufen ist, lesen Sie in der TASPO 19/2021, die am 14. Mai erscheint. Darüber hinaus können Sie hier die Ergebnisse einer Blitzumfrage des FDF unter seinen Mitgliedern lesen.

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