Grüne Branche

BGI: neue Strukturen müssen geschaffen werden

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Die ersten Lockerungen der strikten Beschränkungen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus stoßen beim Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) grundsätzlich auf Zustimmung. Dennoch müsse man sich auf eine neue Normalität einstellen, so der BGI.

Man müsse sich auf eine neue Normalität einstellen, sagt der BGI. Foto: Sabine van Erp / Pixabay

Öffnung von Gartenmärkten und -centern sei positives Zeichen

Als ein positives Zeichen wird vom BGI der Schritt zur Öffnung der Gartenmärkte und Gartencenter gewertet, ebenso wie die dadurch betroffenen Blumenfachgeschäfte, die durch die Lockerung profitieren werden. In der Krisenzeit haben Endverbraucher laut Verband vermehrt den lokalen Einzelhandel wiederentdeckt und durch Bestellungen unterstützt. Das habe dazu geführt, dass der Großhandel zu Ostern größtenteils zufriedenstellende Umsätze verzeichnen konnte. Durch die unterschiedlichen Regelungen zu Öffnungen in den einzelnen Bundesländern haben sich bei den Umsätzen allerdings auch regional große Abweichungen ergeben. Der Einzelhandel sei nach Einschätzung des BGI generell bereit, jegliche Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen, auch wenn diese besonders kleinen Geschäften viel Kreativität abverlangen.

„Endlich weitestgehend einheitliche Regelungen“

„Wir alle wünschen uns geöffnete Geschäfte. Mit den Beschlüssen des Bundes und der Länder gelten ab dem 27. April endlich weitestgehend einheitliche Regeln in den Bundesländern, an denen sich nun auch alle Städte, Kommunen und deren Ordnungsämter orientieren und je nach Situation vor Ort entscheiden können. Alle Einkaufswege für Blumen- und Pflanzen sind für den Endverbraucher wieder zugänglich, wenn die Geschäfte die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen treffen. Dies ist für den Großhandel von entscheidender Bedeutung, der so seine logistischen Strukturen wieder auf- und ausbauen kann, um für eine zuverlässige Belieferung des Einzelhandels zu sorgen“, so BGI Präsident Norbert Engler.

Großhandel strukturiert innerbetriebliche Abläufe neu

Zum größtmöglichen Schutz seiner Partner und Mitarbeiter haben auch die Großhändler des BGI in den vergangenen Wochen mit großem Aufwand ihre innerbetrieblichen Abläufe neu strukturiert. Mit Schichtdiensten, separaten Teams und neu geregelter innerbetrieblicher Logistik von der Warenannahme, über die Kommissionierung bis zur Auslieferung hätten die Unternehmen alles unternommen, um die Lieferketten aufrecht zu erhalten. Nicht nur die organisatorischen Abläufe wurden dahingehend neu strukturiert, auch in technische Ausstattung wurde investiert, um die Digitalisierung von der Warenbeschaffung über das Angebots- und Bestellwesen bis hin zur Ausstattung der Arbeitsplätze und der Ausweitung der Kommunikationsmöglichkeiten zu optimieren.

BGI fordert Hilfspaket ähnlich wie in den Niederlanden

Durch das kürzlich verabschiedete 600 Millionen schwere Extra-Hilfspaket der Niederlande für niederländische Unternehmen des aus Gartenbau und Zierpflanzensektor (TASPO Online berichtete) werde der internationale Markt gestützt. Angelehnt an den niederländischen Hilfsfonds halte der BGI auch für die deutsche Produktion Unterstützung für dringend notwendig, jedoch müsse solch ein Paket nicht in dieser Höhe ausfallen. „Der BGI schließt sich der dringenden Forderung des Zentralverbands Gartenbau an, auch die deutschen Produktionsbetriebe im Zierpflanzenbau, die von der Krise besonders hart getroffen sind, zu unterstützen“, so Engler. Um die Angebotsbreite auf dem deutschen Markt aufrecht zu erhalten, müsse zudem der innereuropäische Handel mit Ländern wie Italien und Spanien aufrechterhalten werden. Dafür setze sich der BGI gemeinsam mit Union Fleurs und einer Vielzahl von Verbänden auf EU-Ebene ein (TASPO Online berichtete). Weiterhin fordert der BGI auch, die weltweiten Handelswege offen zu halten. Besonders in den Zierpflanzen produzierenden Ländern Afrikas und Südamerikas seien über lange Jahre aufgebaute Lieferketten vom Zusammenbruch bedroht und es stehen dort viele Arbeitsplätze und Existenzen auf dem Spiel.

„Starke Rolle als Partner für Produktion und Einzelhandel einnehmen“

„Es ist wichtig, dass wir nun Strukturen entwickeln mit denen wir längerfristig arbeiten können. Die gesamte Branche muss sich auf diese „neue Normalität“ einlassen, denn wir wissen alle, dass die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Corona noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird. Der Großhandel ist mit seiner ausgeprägten Dienstleistungsmentalität und einer guten digitalen Ausstattung für die neuen Formen des Handlings gut gerüstet, um als Partner für die Produktion und den Einzelhandel eine starke Rolle einzunehmen“, betont der BGI-Präsident.

Weitere Meldungen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“.

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