Grüne Branche

BHB-Gartenfachmarktkongress: Wohin entwickeln sich die Kundenwünsche in Zukunft?

Chancen und Perspektiven gemeinsam angehen, sagte Georg Rothacher, früherer BHB-Präsident, auf dem Gartenfachmarktkongress des Bundesverbandes Deutscher Heimwerker, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB). Den Menschen, die Branche als Familie stellte er gerade in der Krise in den Mittelpunkt.

Georg Rothacher : „Es ist wichtig, dass wir gemeinsam die Zukunft und mögliche Probleme, denen wir uns stellen müssen, angehen. Die Komplexität mit der wir uns in der Zukunft auseinandersetzten müssen, zwingt uns enger zusammenzu- rücken – in allen Bereichen, auch im Garten.“ Heute ist der Garten in der Regel die Ruheoase, der liebevoll gestaltet ist und die Möglichkeit für Rückzug und Cocooning bietet. Urlaub zu Hause steht bei vielen im Vordergrund. Und in der Zukunft? Wie wird der Garten da aussehen? Rothacher: „Ich denke, dass in Zukunft die Gärten einen individuellen Lebenstraum widerspiegeln, sie sind stilsicher und gelten als Statussymbol oder Jungbrunnen und erweitern den Wohnraum.“

Zielsetzungen der Hobbygärtner können in Zukunft sein:

• Eigenanbau von gesundem Obst und Gemüse sowie naturnahes Gärtnern;

• weniger Ehrgeiz, weniger Aufwand, weniger Schweiß;

• mehr Bequemlichkeit und größerer Komfort werden wichtige Entscheidungskriterien für den Kauf.

• Homegardening: verlängertes Wohnzimmer im Garten;

• Easy to Handle: Pflegeleichte Gärten;

• Gourmet-Gardening: Kochkultur und Trend spiegeln sich im Garten wieder ;

• Slow down: Sehnsucht nach Langsamkeit und Ruhe;

• More for less: gut und preiswert;

• Ökologisches Bewusstsein.

Der Handel müsse seinen Kunden Lösungen für grüne Wohnsituationen geben:

• gesellige Terrasse;

• zehn Quadratmeter Balkon;

• Plauderecke im Garten, Wohnen und Kochen im Garten;

• stimmungsvoller Abend im Wintergarten;

• Stadt- und Balkongarten;

• Individualisierung, Ausdruck der eigenen Kreativität; Natürlichkeit, Unverfälschtheit, Stilverwirklichung;

• Dokumentation des eigenen Wohlstandes .

Die Zukunft heiße mehr Wertschöpfung durch:

• klar erkennbaren Kundennutzen;

• klares Herausstellen der Unterschiede zum Wettbewerb.

Problemlösungen:

• geschlossene Prozessketten von der Idee bis zur Umsetzung;

• Umfassende Serviceleistungen;

• Technologische Entwicklungen.

An Innovationen für technische Entwicklungen nannte Rothacher einige Beispiele:

• Pflanzenschutz („Eine Sekunde Pflege, eine Saison Schädlingsfrei“ von Compo);

• wasserspeichernde Blumenerde garantiert eine um bis zu 50 Prozent längere Wasserversorgung: weniger Gießen, weniger Arbeit, größerer Schutz vor Austrocknung;

• langsam wachsender Rasen, weniger oft mähen, weniger Arbeit („50 Prozent weniger Schnitt“);

• Elektro-Heckenschere mit 180 Grad schwenkbarem Kopf.

Was die Kunden beschäftige:

• Suche nach Sinn, Status, Darstellung des eigenen Ich‘s, Stil- & Selbstverwirklichung, Authenzität;

• Familienerlebnis, Geselligkeit, Lebensfreude;

• Umweltbewusstsein, Gesundheit, Klimawandel, Rohstoffknappheit;

• weiter zunehmende Bedeutung der Freizeitgestaltung in der Natur.

Der Klimawandel wird neben der Globalisierung und der Alterung der Gesellschaft zu den Megathemen der kommenden Jahre zählen. Damit müsse sich jeder von uns auseinandersetzen und seinen Beitrag leisten. Die daraus resultierenden Chancen und Risiken fasst der ausgewiesene Handelsexperte so zusammen:

• Anlagen zur Gartenbewässerung;

• Ausstattung des Gartens mit einem Schwimmteich oder Badebecken für anspruchsvollere Kunden;

• Regenwassernutzung und Regenwasserversickerung;

• Gärten mit Pflanzungen, die dem Tro-ckenstress besser standhalten;

• Dachbegrünung bei Neubauten;

• größeres Risiko für Pflanzungen im Frühjahr auf Grund einer zunehmenden Frühjahrstrockenheit;

• Anforderungen an den Umfang des Wässerns im Sommer wird zunehmen;

• neue Schaderreger fordern größeren Schutz gegen Schädlinge.