Grüne Branche

BHGL besorgt um Entwicklung in der Gartenbauwissenschaft

Universitäten werden zunehmend beschnitten
Der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) beobachtet die Entwicklung der universitären Fakultäten und Fachbereiche, an denen gartenbauwissenschaftliche Lehre und Forschung stattfindet mit großer Sorge. Dies verdeutlichte der Präsident Professor Dr. Uwe Schmidt in einem Pressegespräch am 9. Juli in Berlin.

An allen drei Standorten, Berlin, Hannover und München-Weihenstephan, an denen gartenbauwissenschaftliche Studiengänge angeboten werden,  finden strukturelle bzw. kapazitive Veränderungen statt, welche die ohnehin schon knappe Ausstattung an Fachgebieten und Arbeitsgruppen unter eine kritische Masse fallen lassen, so Professor Schmidt. Diese schleichende Entwicklung gefährde die Ausbildung von wissenschaftlichen Fachkräften und mindere die Chancen auf zukunftsweisende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.

Bereits jetzt bestehe Mangel an qualifiziertem wissenschaftlichem Nachwuchs, um nicht nur Stellen an den Universitäten selbst, sondern an anderen Hochschulen zu besetzen. Die Situation hat sich in der Weise dramatisch verschärft, dass es nicht mehr vorrangig um die Schließung von Fachbereichen oder Fakultäten geht, sondern die Gefahr einer Austrocknung der Fachgebiete in den Instituten drohe, die inzwischen in naturwissenschaftlich ausgerichtete Fakultäten und Fachbereiche eingeordnet wurden oder eingeordnet werden sollen.

Vizepräsident Jörg Freimuth betont, dass es auch notwendig sei, immer wieder darauf hinzuweisen, dass weiterhin Fachkräfte ausgebildet werden müssen, die an Hochschulen und Forschungsinstituten die Nachhaltigkeit der Gartenbauwissenschaften sichern oder Führungsaufgaben in der Wirtschaft übernehmen können. Die Gartenbauwissenschaften als systemisch orientiertes Wissenschaftsgebiet mit problemlösungsorientierten Ansätzen muss integraler Bestandteil der universitären Agrarforschung an mehr als nur einem Standort in Deutschland bleiben. Dies muss auch im kommenden Zukunftskongress Gartenbau im September deutlich kommuniziert und diskutiert werden.

Die Universitäten und Hochschulen, aber auch der Berufsstand sind aufgerufen, für die Bedeutung und Notwendigkeit einer umfassenden gartenbauwissenschaftlichen Lehre und Forschung an den Universitäten einzutreten, so Professor Schmidt.
Für den Zentralverband Gartenbau (ZVG) betont dazu Vizepräsident Hartmut Weimann, dass es für den ZVG unverzichtbar sei, dass es funktionsfähige wissenschaftliche Einrichtungen an Universitäten und Hochschulen in Deutschland gibt. Der ZVG werde sich wie bisher dafür einsetzen. Die aktuelle Cluster-Studie des BMELV habe ja gerade gezeigt, welch immense Bedeutung der Gartenbau in Deutschland hat. Dies könne für die Zukunft nur gesichert und fortentwickelt werden, wenn auch der wissenschaftliche Bereich gut aufgestellt ist.

Quelle: zvg