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Bienengesundheit: EU-weite Beschränkungen für drei Neonicotinoide treten am 1. Dezember in Kraft

Die EU-Kommission hat am 24. Mai 2013 wie angekündigt die Beschränkung des Einsatzes von drei Pestiziden (Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam), die zur Gruppe der Neonicotoide gehören, beschlossen. Wie die EU-Kommision dazu erläutert, wurde festgestellt, dass diese Pflanzenschutzmittel die europäische Population der Honigbienen gefährden. Die Beschränkung wird am 1. Dezember 2013 in Kraft treten und soll spätestens nach Ablauf von zwei Jahren überprüft werden.

Foto: jukovskyy/fotolia

Die betreffenden Pflanzenschutzmittel werden zur Behandlung von Pflanzen- und Getreidearten verwendet, die Bienen und andere bestäubende Insekten anziehen. Wie die TASPO berichtete, ist von den durch die Einschränkungen betroffenen Wirkstoffen für den Gartenbau nur Imidacloprid wichtig, für den Hobby- und Kleingartenbereich spiele auch noch der Wirkstoff Thiamethoxam eine Rolle.

„Angesichts der zahlreichen Risiken, die im wissenschaftlichen Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ermittelt wurden, habe ich mich letzten Monat verpflichtet, mein Möglichstes zu tun, um dafür zu sorgen, dass unsere Honigbienen geschützt werden. Mit der heute angenommenen Maßnahme komme ich dieser Verpflichtung nach. Sie ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Sicherstellung einer gesünderen Zukunft für unsere Honigbienen, denn Bienen haben zwei wichtige Aufgaben zu erfüllen. Sie produzieren nicht nur Honig, sondern sorgen in erster Linie für die Bestäubung. Etwa 80 Prozent der Bestäubung erfolgt durch Bienen, und zwar auf natürliche Weise und gratis“, sagte Tonio Borg, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik.

Die nun beschlossene Maßnahme sei Teil der allgemeinen Strategie der Kommission, dem Rückgang der europäischen Bienenpopulation entgegenzuwirken. Seit der Veröffentlichung der Bienengesundheitsstrategie der Kommission im Jahr 2010 wurden mehrere Maßnahmen getroffen oder auf den Weg gebracht. Dazu gehören die Benennung eines EU‑Referenzlabors für Bienengesundheit, die verstärkte EU-Kofinanzierung nationaler Apikulturprogramme, die Kofinanzierung der Durchführung von Überwachungsstudien in 17 freiwillig teilnehmenden Mitgliedstaaten (3,3 Mio. EUR wurden 2012 zugewiesen) und EU‑Forschungsprogramme, wie BeeDoc und STEP, die die vielfältigen Aspekte betrachten, welche in Europa mit dem Bienensterben im Zusammenhang stehen.

Die nächsten Schritte

Die Mitgliedstaaten müssen nun laut EU-Kommission die bestehenden Zulassungen widerrufen oder ändern, um bis zum 30. September 2013 den EU-Beschränkungen nachzukommen. Sie können den Verbrauch vorhandener Bestände bis höchstens zum 30. November zulassen. Die nationalen Behörden sind dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass die Beschränkungen eingehalten werden.

Sobald neue Informationen vorliegen und spätestens nach Ablauf von 2 Jahren will die Kommission diese Beschränkung überprüfen, um einschlägige wissenschaftliche und technische Entwicklungen zu berücksichtigen.

Hintergrund

Da die Mitgliedstaaten auf der Sitzung des Berufungsausschusses vom 29. April 2013 keine Einigung (mit qualifizierter Mehrheit) erzielten, kündigte die Kommission an, dass sie die Beschränkung wie vorgesehen vorantreiben werde.Die Beschränkung betrifft den Einsatz von 3 Neonicotinoiden (Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam) zur Saatgutbehandlung, Bodenanwendung (Granulat) und Blattbehandlung bei Pflanzen und Getreide (ausgenommen Wintergetreide), die Bienen anziehen. Die verbleibenden zugelassenen Anwendungen stehen nur professionellen Anwendern zur Verfügung. Ausnahmen beschränken sich auf die Möglichkeit, Pflanzen, die Bienen anziehen, in Gewächshäusern zu behandeln, und im Freien nach der Blüte.

Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/food/animal/liveanimals/bees/neonicotinoids_en.htm oder unter www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/beehealth.htm?wtrl=01