Grüne Branche

Bienensterben im Fokus

Gleich drei Meldungen im Newsletter von „De Boomkwekerij“ befassten sich im März mit dem Bienensterben und Rückständen bienengefährlicher Pflanzenschutzmittel auf Ziergehölzen.

Positiv: Kritische Auseinandersetzung mit dem Bienensterben. Foto: hb

Am 4. März wurde ein Bericht¹ der niederländischen Forschungsorganisation PPO (Wageningen) vorgestellt, der sich mit einer Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace über bienengefährliche Pflanzenschutzmittelrückstände in Zierpflanzen aus dem Vorjahr kritisch auseinandersetzt.

PPO stellte klar, dass die im Greenpeace-Bericht aufgelisteten Rückstände in den Niederlanden nicht zugelassener Pflanzenschutzmittel meist in Nachbarländern wie Deutschland oder Belgien erlaubt und auf den importierten Pflanzen zulässig waren. Die von Greenpeace bemängelte hohe Anzahl verschiedener Pflanzenschutzmittelwirkstoffe sei dadurch begründet, dass zur Resistenzvermeidung unterschiedliche Wirkstoffe eingesetzt werden müssen und dass bei mehrjährigen Gehölzen auch Rückstände lange zurückliegender Behandlungen nachweisbar seien. Der Kritik an den vielen von Greenpeace als bienengefährlich beurteilten Wirkstoffen entgegnete PPO, dass nicht das Vorhandensein eines für Bienen giftigen Stoffes entscheidend sei, sondern ob und in welchen Mengen er von den Tieren aufgenommen werde.

Laut einer Meldung vom 13. März will der Handelsverband Anthos zusammen mit PPO und Pflanzenschutzmittelherstellern wie Bayer einen „Rückstandsindikator" für Pflanzenschutzmittel entwickeln. Dieser Indikator solle Informationen über die beim ordnungsgemäßen Einsatz des Mittels zu erwartenden Wirkstoffrückstände und über deren Bienengefährlichkeit geben. Dadurch solle beim Handel das Vertrauen in den nachhaltigen Einsatz der Pflanzenschutzmittel verbessert werden.

Eine amerikanische Studie, die im Newsletter am 19. März vorgestellt wurde, stellt als Ursache für das Sterben vieler Bienenvölker eine Kombination mehrerer Faktoren dar: Die Universität Maryland habe nachgewiesen, dass Neonikotinoide wie Imidacloprid (unter anderem in Confidor 70 WG) keineswegs allein für das Sterben von Bienenvölkern verantwortlich seien. Sie würden allerdings die Auswirkungen anderer Ursachen wie Nahrungsmangel oder Befall mit Krankheitserregern (Viren) verstärken und die Tiere empfindlicher gegen die Varroamilbe machen. HB/db

¹ drive.google.com/file/d/ 0B-P6D4JiDU7VNW5wekp VUmJUa2M/view?pli=1