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Bildergalerie: Moderne Roboter für den modernen Gartenbau

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Fachkräftemangel und steigende Arbeitskosten stellen schon länger ein Problem für den professionellen Gartenbau dar. Besonders der Mangel an qualifiziertem Personal wird von Fachverbänden oft als der wahre Flaschenhals in der Produktion angesehen. Eine mögliche Lösung wäre die Automatisierung bestimmter Arbeitsschritte durch Agrarroboter. Fünf Beispiele zeigen, was alles möglich ist.

Oz mit neuer Technik für Präzisionseinsätze

Ein Spezialist für den Gemüsebau ist der Oz von Naio-Technologies. Hacken, Unkraut jäten, Säen, Transportieren – das und mehr macht der kleine Roboter so gut, dass er sogar den German Innovation Award 2021 im Bereich Machines and Engineering gewonnen hat. Bekannt ist der Oz bereits einige Zeit – jedoch wird er immer weiterentwickelt. Eine Neuerung ist die Ausstattung mit einem RTK-GPS (Real Time Kinematik) System, welches seine Zuverlässigkeit, Flächenleistung und das Einsatzspektrum noch erweitert. Mit dieser Technologie für Präzisionseinsätze ausgestattet soll er etwa wesentlich besser Unkraut mechanisch bekämpfen können: Bis zu zwei Zentimeter neben der Kulturpflanze soll zuverlässiges Hacken jetzt möglich sein, ohne die Kultur zu beschädigen – ein Vorteil gegenüber der älteren, kameragestützten Version des Oz.

Aussäen und Unkraut bekämpfen mit dem Farmdroid

Der Farmdroid von Farmdroid ApS übernimmt gleich zwei Aufgaben in einem: Er sät aus und bekämpft später in der Kultur autonom Unkräuter. Er soll besonders für den ökologischen Landbau interessant sein – die Unkrautbekämpfung erfolgt mechanisch. Der Roboter merkt sich die Positionen jedes ausgesäten Samens und weiß daher, wo er hacken muss. Eine Besonderheit ist sein CO2-neutraler Betrieb: Seine benötigte Energie bezieht er über das Solarpanel, welches auf ihm montiert ist. Sein Einsatz soll sich besonders für Kulturen auf großen Flächen eignen: Bis zu 20 Hektar Fläche soll der Farmdroid bearbeiten können – mit einer Arbeitsbreite von bis zu drei Metern. Als mögliche Kulturen nennt der Hersteller etwa Zwiebeln, Spinat sowie verschiedene Kräuter. Auch soll der Roboter nicht überwacht werden müssen: Bei etwaigen Problemen stoppt er selbst und schickt seinem Betreiber eine SMS. So soll sich dieser immer sicher sein können, dass der Roboter seine Aufträge auch wunschgemäß durchführt.

Feldroboter in zwei Versionen

Der Robotti von Agrointelli ist ein weiterer Roboter für den Feldeinsatz aus Dänemark. Er steht in zwei Varianten zur Verfügung: der Robotti 75S für den leichten Feldeinsatz und der Robotti 150D für den schweren Feldeinsatz. Das Aufgabenspektrum beider Versionen umfasst eggen, mechanische sowie chemische Unkrautbekämpfung als auch die Aussaat. Bei der schweren Version kommen außerdem noch Mähen und Fräsen als mögliche Aufgaben hinzu. Von außen ist ein Unterschied zwischen beiden Versionen nicht zu erkennen – dieser zeigt sich im Innenleben. Während der 75S von einem 75-PS-Kubota-Dieselmotor betrieben wird, welcher auch ausschließlich für den Antrieb genutzt wird, ist der 150D mit zwei solcher Motoren ausgestattet: Einer für den Antrieb und der andere für Anbaugeräte sowie Hydraulik. Bei seinen Anbaugeräten ist der Robotti 150D durch seine standardisierten Dreipunkt-Aufhängung genauso flexibel wie ein Traktor. Damit der Roboter sich auch auf dem Feld zurechtfindet, ist er mit einem RTK-GPS (Real Time Kinematik) System ausgestattet. Auf diese Weise soll er immer wissen, wo er ist und seine Aufgaben mit höchster Präzision durchführen können. Damit er auch wirklich autonom arbeiten kann und keine Aufsicht benötigt, ist er laut Hersteller mit mehreren redundanten Sicherheitssystemen ausgestattet.

Roboterschwärme statt Einzelmaschinen

In Australien setzt man auf den Schwarmeinsatz kleiner Roboter, anstatt auf den Einzeleinsatz größerer. Bereits über 200.000 Hektar australischen Farmlandes sollen so Schwärme des SwarmBots gejätet, gespritzt und gemäht haben, wie der Hersteller Swarmfarm Robotics mitteilt. Kommerziell sind die Roboter bereits seit vier Jahren erhältlich und finden ihr Einsatzspektrum neben der Landwirtschaft auch im Freilandgemüsebau, Obstbau und Baumschulbereich. Ausgestattet werden können sie sowohl für die mechanische als auch chemische Unkrautbekämpfung sowie das Mähen. Stolz ist der Hersteller auf die hohe Effizienz seiner Roboter in der Unkrautbekämpfung: Jede unerwünschte Pflanze wird individuell erkannt und gespritzt, was den Herbizid-Einsatz verringern und damit die Nachhaltigkeit der SwarmBots verbessern soll.

Mähroboter zum Mieten

Ein weiterer Schwarmroboter ist der Vitirover vom gleichnamigen Hersteller aus Frankreich. Seine Aufgabe: das Mähen, insbesondere in engen Räumen. Sein Einsatzgebiet findet er daher vor allem im Weinbau, Obstbau und Baumschulbereich. Betrieben werden die kleinen Schwarm-Mäher per Solarenergie. Die Besonderheit des Roboters ist das Geschäftsmodell: Kunden kaufen nicht den Roboterschwarm, sondern bezahlen dafür, dass ein Roboterschwarm ihre Flächen mäht. Für diese Aufgabe soll laut Unternehmen eine „Herde“ Vitirovers mit ihrem „Schäfer“ zum Einsatzort kommen. Der „Schäfer“ überwacht den Einsatz seiner „Herde“ in Echtzeit, bestimmt die Flächen, auf welchen sie arbeiten soll und greift ein, wenn Probleme entstehen – etwa ausgefallene Roboter, verschmutzte Solarpanele auf den Robotern sowie leere Batterien oder stumpfe Mähklingen, welche ersetzt werden müssen.

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