Bio-Anbaufläche in Deutschland jetzt bei zehn Prozent

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Insgesamt 1.622.103 Hektar beträgt die deutsche Bio-Anbaufläche. Symbolbild: Pixabay

Im vergangenen Jahr stellten im Schnitt täglich fünf Landwirte ihren Betrieb auf ökologische Landwirtschaft um. Insgesamt legte die Bio-Fläche in den vergangenen fünf Jahren um fast 50 Prozent zu. Jeder zehnte Hektar in Deutschland wird damit jetzt ökologisch bewirtschaftet, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) bekannt gibt.

Zahl der Bio-Höfe seit 2005 fast verdoppelt

Nach aktuellen BÖLW-Schätzungen stellten die Landwirte 2019 rund 107.000 Hektar (plus 6,6 Prozent) auf ökologische Bewirtschaftung um. Sie setzen dabei besonders auf die hohen Standards der Bio-Verbände und nutzen deren Stärke in Beratung und Vermarktung. Mit über einer Million Hektar bewirtschaften sie fast zwei Drittel der gesamten deutschen Bio-Fläche, die insgesamt 1.622.103 Hektar beträgt.

Mittlerweile wirtschaften 33.698 Betriebe oder 12,6 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ökologisch, 6,3 Prozent mehr Höfe kamen allein 2019 hinzu. In Deutschland musste seit 2005 im Schnitt jede Stunde ein landwirtschaftlicher Betrieb seine Tore für immer schließen – im selben Zeitraum hat sich die Zahl der Bio-Höfe fast verdoppelt.

Deutsche investieren knapp zwölf Milliarden Euro in Bio-Lebensmittel

2019 investierten die Deutschen knapp zehn Prozent mehr und damit insgesamt 11,97 Milliarden Euro in Bio-Lebensmittel und -Getränke. Ob Naturkostfachhandel oder im Discounter, ob Vollsortimenter oder bei den Direktvermarktern: Bio punktete in allen Vertriebswegen, so der BÖLW. Der Naturkostfachhandel konnte seinen Umsatz auf insgesamt 3,18 Milliarden Euro ausbauen. Auch im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) griffen immer mehr Menschen zu Bio bei ausgeweiteten Sortimenten. Der Umsatz kletterte auf insgesamt 7,13 Milliarden Euro (+ 11,4 Prozent). In den sonstigen Geschäften, zu denen Reformhäuser, Bäckereien, Metzgereien, Hofläden, Lieferdienste und Wochenmärkte zählen, kauften die Kunden Bio-Produkte im Wert von 1,66 Milliarden Euro (plus fünf Prozent). Konventionelle Vollsortimenter weiteten ihre Bio-Sortimente am stärksten aus.

Bio-Gärtner verkaufen wieder mehr Obst und Gemüse

Alle Produktgruppen legten 2019 spürbar zu: Nach dem Dürrejahr 2018 ernteten und verkauften die deutschen und europäischen Bio-Gärtner 2019 wieder deutlich mehr Obst und Gemüse, was die Umsätze mit Bio-Äpfeln, -Möhren und anderem ankurbelte. Das größte Umsatzplus erzielten die Händler 2019 mit Bio-Gemüse, -Kartoffeln und -Milchrahmerzeugnissen – jeweils über 20 Prozent. Die Preise für Möhren, das wichtigste Bio-Gemüse, fielen nach der hochpreisigen Saison 2018/19 etwas zurück und liegen jetzt wieder auf dem Niveau von 2017/18. In 2019 normalisierten sich die Erntemengen bei den Bio-Möhren nach den Ausfällen im Vorjahr aufgrund der extremen Trockenheit wieder. Nach einer vergleichbaren europäischen Apfelernte lagen die Preise für Bio-Äpfel leicht unter dem Vorjahr. Die Erntemengen der Bio-Äpfel konnten 2019 allerdings bei Weitem nicht die Vorjahreswerte erreichen.