Grüne Branche

Biodiversität: „Enormes Potenzial für engagierte GaLaBauer“

, erstellt von

Die Sensibilität für eine naturnahe Gartengestaltung nimmt zu. „Vergeben Sie nicht Ihre Chancen“, zeigt der Landschaftsarchitekt und Gärtnermeister Frieder Weigand (Markgröningen) auf und macht auf den modularen Lehrgang „Biodiversität im GaLaBau“ aufmerksam, den er gemeinsam mit Sven Schulz (Bodenseestiftung Radolfzell) entwickelt hat und durchführt.

Immer mehr gewerbliche wie private Kunden wünschen eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung. Foto: Frieder Weigand

Biologische Vielfalt für den GaLaBau Chance und Herausforderung zugleich

Die biologische Vielfalt ist weltweit unter Druck und geht dramatisch zurück. Die Hauptursachen sind mittlerweile bekannt. Für den GaLaBau bedeutet die Hinwendung im Handeln zu biologischer Vielfalt Herausforderung und Chance gleichermaßen, erklärt Frieder Weigand, der bereits seit rund 20 Jahren gemeinsam mit Marc Wiesemann mit der Firma „natur art“ naturnahe Gärten plant und ausführt.

„Als GaLaBauer können wir einen echten Beitrag dazu leisten, unsere Städte und Dörfer zu vielfältigen Lebenswelten auszubauen. Denn immer mehr gewerbliche wie private Kunden wünschen eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung, die reich an Lebensräumen und Erlebnissen ist“, betont Weigand gegenüber der TASPO. „Biologische Vielfalt birgt ein enormes Potenzial mit Wachstumschancen für engagierte und zukunftsorientierte GaLaBau-Betriebe. Wir sollten die Chance nicht durch Unwissen und fehlende Kompetenzen an andere außerhalb unserer Branche abgeben.“

Leistungen des GaLaBaus neu in Wert setzen

Dabei sieht Weigand das Thema der naturnahen Gartengestaltung nicht dogmatisch, sondern will den Blick auf branchenspezifische Besonderheiten des Garten- und Landschaftsbaus weiten. Denn dieser Trend biete auch die Chance, Flächengestaltung insgesamt und die Leistungen des GaLaBaus im Besonderen neu in Wert zu setzen: weg von Einheitslösung und Gebrauchsgrün – hin zu bedürfnisorientierten, biodiversitätsfreundlichen und lebendigen Lebensräumen, die Wertschätzung erfahren. Denn Pflanzenverwendung und Gestaltungsphilosophie werden sich, auch bedingt durch den Klimawandel, verändern und in vielen Fällen ein Umdenken erfordern.

Biologische Vielfalt war an Ausbildungsstätten und in vielen Betrieben bisher kaum ein Thema – Kampagnen wie „Rettet den Vorgarten“, „Grün in der Stadt“ und die angestrebte Broschüre zum naturnahen GaLaBau zeigen, dass dies jetzt erkannt wurde. Es gilt, Wissenslücken zu schließen und den Trend zur biologischen Vielfalt mitzugestalten, hofft Weigand und stellt das von ihm mitentwickelte Fortbildungsangebot vor.

Lehrgang vermittelt Kenntnisse für biodiversitäts-fördernden GaLaBau

„Der Lehrgang ist in drei Module gegliedert. Im ersten Modul (12. bis 14. März, Deula Kirchheim/Teck) werden die theoretischen Grundlagen behandelt. Im zweiten Modul (7. bis 9. Mai, Tagungsstätte Musberg/Exkursion) werden Praxisbeispiele besprochen und bei Exkursionen analysiert sowie biodiversitätsfördernde Pflanzenverwendung behandelt. Das dritte Modul (10. bis 12. September, Furth im Wald) behandelt hauptsächlich die Themenbereiche gesundheitliche Aspekte, Regenwassermanagement sowie Grenzen und Chancen in Bezug auf Normen und Marketing“, so Weigand.

Während des gesamten Verlaufs der Fortbildung erarbeiten die Teilnehmenden eine eigenständige Praxisarbeit. In dieser schriftlichen Arbeit, die während der gesamten Fortbildungsdauer betreut werde, wenden die Teilnehmenden ihre erworbenen Kenntnisse des biodiversitäts-fördernden GaLaBaus an einem – in Abstimmung – selbst ausgesuchten Praxisbeispiel an. Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs erhalten die Teilnehmer eine Bestätigung plus Zertifikat.

Anmeldung zum modularen Lehrgang bis März möglich

Die Anmeldung zum modularen Lehrgang „Biodiversität im GaLaBau“ ist bis zum 5. März 2020 über Sven Schulz/Bodensee-Stiftung, E-Mail: sven.schulz(at)bodensee-stiftung.org, oder Andreas Baranski, Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Baden-Württemberg, E-Mail: baranski(at)galabau-bw.de möglich.