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Biokräuter: Umstellung der Produktion gefördert

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Neues Standbein: Mithilfe von Fördergeldern in Höhe von rund 66.000 Euro hat die Gärtnerei Müller (Hohenwutzen) ihre Produktion auf Biokräuter umgestellt. Mit dieser Unterstützung konnte das Unternehmen eine Produktionsstraße sowie eine Heizungs- und Bewässerungsstrecke für die Biokräuterproduktion mit angeschlossenem Bistro erstellen.

Neues Standbein in der Gärtnerei Müller: die Produktion von Biokräutern. Foto: BMEL

Brandenburg mit regelmäßigen Förderprojekten

Der Hintergrund: Regelmäßig stellt das Brandenburger Landwirtschaftsministerium ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, das aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“, kurz „ELER“, unterstützt wird. Das Projekt des Monats September zeigt, wie Familie Müller ihren Gärtnereibetrieb auf die Produktion von Biokräutern umgestellt hat.

Über vier Generationen waren Gemüse, Balkonpflanzen und Schnittblumen das Hauptgeschäft des Meisterbetriebes im Oderbruch. Doch die expandierenden Gartenabteilungen der Baumärkte machten ein wirtschaftliches Bestehen immer schwerer, erläutert das Land Brandenburg. Andrea und Michael Müller suchten ein neues Standbein – und haben es in der Biokräuterproduktion gefunden.

Gärtnerei Müller seit 2011 bio-zertifiziert

Schon seit 1936 sind die Müllers mit Leib und Seele Gärtner. Im Jahr 2011 haben sie ihren Betrieb auf eine Bio-Gärtnerei umgestellt und sind entsprechend EU-zertifiziert. Inzwischen haben sie als Bio-Erzeuger Kundschaft in Berlin und Brandenburg. Im Mai 2013 kamen noch ein Bistro und ein Hofladen dazu. Außerdem gehören sie seit 2013 dem Bioland-Verband an.

Die erfahrenen Gärtner konnten sofort loslegen, da sie nicht im Freiland aussäen und so keine Umstellungszeiten einzuhalten hatten. Nach Investitionen in eine Produktionsstraße sowie in eine Heizungs- und Bewässerungsstrecke stehen heute zwölf Gewächshäuser mit insgesamt 1.500 Quadratmetern exklusiv für Kräuter bereit. Die Produktionsstraße wurde mit Hilfe des „ELER“-Fonds von 2012 bis 2014 realisiert.

Förderung aus verschiedenen „Töpfen“

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 173.334 Euro, davon förderfähig waren 145.545 Euro. Die Förderung umfasste 49.121 Euro aus „ELER“-Mitteln und 16.374 Euro aus Mitteln des Landes Berlin. Der Förderung lagen die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) und das Regionalentwicklungsprogramm LEADER zugrunde.

Ein mit Holzpellets beheiztes neues Folienhaus mit Bewässerung auf den Tischen macht den Anbau der Biokräuter rund ums Jahr möglich. Das Angebot reicht von Thymian, Koriander, Kerbel, Bohnenkraut, Dill und Petersilie bis zu mehreren Varianten Salbei, Basilikum und Minze. Im Winter dominieren Petersilie, Winterkresse, Wilde Rauke und Winter-Portulak. Daneben baut Familie Müller Balkonpflanzen, Gemüse und Rhabarber für den Hofladen auf zwei Hektar Acker an.

Bistro und Hofladen als Touristenmagnet

Unmittelbar bei der Gärtnerei Müller in Hohenwutzen führt die sechste Etappe des Oder-Neiße-Radwegs vorbei – Hofladen und Bistro werden von den Radtouristen ausgezeichnet angenommen, aber auch die Kräuterproduktionsstraße wird immer wieder gern besichtigt. Wurden die Müllers früher von zwei Saisonkräften unterstützt, haben sie heute ganzjährig zwei feste Mitarbeiter.