Grüne Branche

Biologischer Pflanzenschutz: Contans war der Durchbruch

Der Erfolg dieses 1992 in Malchow auf der Ostseeinsel Poel (Mecklenburg-Vorpommern) gegründeten Betriebes (Prophyta GmbH) hat einen Namen: „Contans WG“. Es ist das erste in Deutschland entwickelte biologische Fungizid und wird bei Gemüse und Zierpflanzen (zum Beispiel Salat, Sellerie, Petersilie, Sonnenblumen, Chrysanthemen) sowie landwirtschaftlichen Kulturen gegen die Sclerotinia-Fäule eingesetzt. Diese Krankheit führt zu beträchtlichen Ertrags- und Qualitätsverlusten und konnte vor der Zulassung des Contans nur chemisch bekämpft werden. Das Mittel enthält den „gegnerischen“ Pilz Coniothyrium minitans sowie Traubenzucker als Träger für das wasserlösliche Granulat. Im vergangenen Jahr kamen 120 Tonnen dieses rein biologisch wirkenden Mittels auf den Markt, dieses Jahr könnten es 160 Tonnen werden, hofft Dr. Peter Lüth, Geschäftsführer der Prophyta, der fest mit einem weltweiten Aufschwung für den biologischen Pflanzenschutz insgesamt rechnet. Contans sei übrigens in allen Ländern der EU zugelassen, aber auch in den USA, Mexiko und der Schweiz. Eng eingebunden ist Prophyta in vier Forschungsprojekte der EU, zahlreiche Kooperationen bestehen mit Forschern und Forschungseinrichtungen rund um den Erdball. Für die Entwicklung des Contans erhielt der Betrieb 1997 den Technologiepreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern und den ersten Preis des Bundeslandwirtschaftsministers im Rahmen des Bundeswettbewerbes „Integrierter Pflanzenschutz“.