Grüne Branche

Biozertifiziert: Stadtgärtnerei Heidelberg

, erstellt von

Die Stadtgärtnerei Heidelberg ist nach eigenen Aussagen bundesweit die erste Stadtgärtnerei, die auf biologische Produktion nach EU-Verordnung umgestellt ist. Damit hat der Betrieb eine Entwicklung beschritten, die so bislang als einmalig und wegweisend angesehen werden kann.

In der Stadtgärtnerei Heidelberg sind alle Pflanzen biologisch produziert. Foto: Stadtgärtnerei Heidelberg

Anteil biologisch produzierter Pflanzen mittlerweile bei 100 Prozent

Der Regiebetrieb Gartenbau des Landschafts- und Forstamts bewirtschaftet im Stadtgebiet rund 230 Hektar Grünanlagen, davon sind etwa 15.000 Quadratmeter Blumenbeete und Wechselflorflächen. Dazu kommt das „mobile Stadtgrün“, Blumenkübel und -pyramiden. In der Stadtgärtnerei mit 4.900 Quadratmetern Produktionsfläche werden für diese Zwecke Blütenpflanzen für eine Frühjahrs-, Sommer- und Winterbepflanzung herangezogen.

Nicht winterharte Pflanzen wie Palmen überwintern in den Gewächshäusern. Die Gärtner kümmern sich außerdem um Pflanztöpfe und Blumengebinde für den städtischen Bedarf, beispielsweise als Dekoration für Empfänge oder Eingangsbereiche öffentlicher Gebäude. Der Anteil biologisch produzierter Pflanzen liegt mittlerweile bei 100 Prozent.

Die Umstellung hat nicht nur ökologische Vorteile – auch den sozialen Aspekt für den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter bewertet die Gärtnerei als hoch. Und die ökonomischen Auswirkungen seien vertretbar und würden vom Gemeinderat der Stadt Heidelberg mitgetragen.

Stadt Heidelberg investiert in Stadtgärtnerei

Die Stadt Heidelberg hat allein in den Jahren 2015 und 2016 jeweils 100.000 Euro in die Stadtgärtnerei, hauptsächlich in die Gewächshäuser, investiert. Neben technischen Verbesserungen hat die Stadtgärtnerei zudem die Auswahl der Pflanzen und das Standortkonzept angepasst. Die Kernelemente im Detail:

  • Neben einem guten Wassermanagement und der Umstellung der Wärmeversorgung der Gewächshäuser von Öl auf Fernwärme erfolgte auch eine energetische Sanierung der Gewächshäuser.
  • Es werden ein Bio-Pflanzsubstrat und ausschließlich Bio-Dünger verwendet. Der Erde der Großkübel wird Schafwolle zugesetzt, die die Erde lockert und zudem ein guter Langzeitdünger ist.
  • Die Gärtnerei produziert möglichst viele einheimische Pflanzenarten oder solche, die sich schon seit langer Zeit im Kulturpflanzenbau in Deutschland bewährt haben.
  • Das Sortiment wurde auf 15 Pflanzenarten für die Wechselflorflächen reduziert, sodass die ausgewählten Anlagen wirtschaftlich günstig und doch ausreichend mit Pflanzen versorgt werden können.
  • Auf Sorten mit hohem Wärmebedarf wird verzichtet. So werden beispielsweise bereits seit Jahren keine Weihnachtssterne mehr produziert.

Stadtgärtnerei Heidelberg Finalist bei den TASPO Awards 2018

Die Stadtgärtnerei setzt darüber hinaus regelmäßig biologische Präparate zur Stärkung des Pflanzenwachstums und zur Vorbeugung gegen Verpilzung ein. Die Pflanztische werden mit Emulsionen desinfiziert, die in großen Mengen pflanzenunschädliche Bakterien und Pilze enthalten. Es werden Nützlinge wie Schlupfwespen, Marienkäfer oder Florfliegen gegen blattfressende Raupen und Blattläuse eingesetzt.

Mit ihrem Konzept, für das sie das Kontrollzertifikat durch das Lacon-Institut erhalten hat, wurde die Stadtgärtnerei Heidelberg Finalist der TASPO Awards 2018 in der Kategorie „Bestes Konzept Umwelt und Nachhaltigkeit“.