Grüne Branche

Bizarre Gartenpflanzen

Niwaki
Wer kennt sie nicht, die „Gartenbonsai“ oder „Großbonsai“, die in den letzten Jahren einen bedeutenden Marktanteil bei den Baumschulpflanzen erobert haben. Die korrekte Bezeichnung der bizarren Schönen lautet allerdings „Niwaki“.

Foto: Heinrich Beltz

Das japanische Wort Bonsai bedeutet „Baum in einer Schale“, trifft also auf die als Großbonsai angebotenen Gartenpflanzen genau genommen nicht zu. Denn diese werden meist im Boden angezogen, stehen vielleicht einen kurzen Teil ihrer Kulturzeit in einem Container oder Kübel und werden schließlich im Garten wieder in den offenen Boden gepflanzt. Außerdem sind sie wesentlich größer als die echten Bonsai, die auch nicht in die Gartenbepflanzung einbezogen werden, sondern an einer besonderen Stelle in der Nähe des Wohnbereichs auf einem Tisch oder einem Gestell präsentiert werden.

Japanische Gartenkultur

Die japanische Gartenkultur unterscheidet sich deutlich von der europäischen. Ihr Ziel ist weniger, einen nutzbaren Garten anzulegen, sondern eher eine Installation ähnlich einem Gemälde zu erschaffen, das vom Wohnbereich aus angeschaut und nicht unbedingt betreten wird. In dieser Tradition haben sich drei Hauptstilelemente herausgebildet: Fels, Wasser und Pflanze.


Mehr dazu in Ausgabe 12/ 2011 Deutsche Baumschule.

Literatur:

  • Beltz, Heinrich: Formgehölze. Anzucht und Pflege. Parey Verlag Berlin 1999
  • Beltz, Heinrich: Formgehölze schneiden. Ulmer Verlag Stuttgart 2007
  • Beltz, Heinrich: Formgehölze. Schnell, schnittig, schön. Ulmer Verlag Stuttgart 2008
  • Hobson, Jake: Niwaki. Japanische Gartenbäume schneiden und formen. Ulmer Verlag Stuttgart 2010