Blatt- und Triebsterben an Ranunkelstrauch

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Kerria japonica gilt als wenig anfällige Pflanze, die im Vergleich zu anderen Sträuchern bisher nur selten von Krankheiten und Schädlingen nachhaltig befallen wurde. Vermutlich aufgrund der feuchten Witterung traten in diesem Jahr Schadsymptome auf, die im Pflanzenschutzlabor der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) einem bisher wenig bekannten und verbreiteten Pilz zugeordnet werden konnten.

Sowohl in der Produktion als auch im Privatgarten und im öffentlichen Grün zeigten verschiedene Pflanzen in diesem Jahr an Trieben und Blättern auffällige bis teils deutlich ausgeprägte Schadsymptome, die sich nach einer mikroskopischen Untersuchung dem Pilz Blumeriella kerriae zuordnen ließen.

Verbreitet ist dieser Pilz in den USA in den östlichen Küstenstaaten. Für Europa liegen hingegen bisher nur wenige veröffentlichte Befunde vor, unter anderem für Großbritannien. Eine erste Beschreibung des Pilzes erfolgte vor genau 100 Jahren in den USA.

Vorbeugende Maßnahmen
Aufgrund der Biologie des Pilzes kann vorbeugend nur empfohlen werden, erkranktes Material herauszuschneiden oder zu entfernen. Dies gilt auch für das am Boden liegende Herbstlaub.

Verwechslungen möglich
Bei der Diagnose der Schadursache ist zu beachten, dass an Kerria auch andere Pilze oder Bakterien schädigend an Blättern und Trieben auftreten und es bei einer nur flüchtigen Betrachtung zu Verwechslungen kommen kann.
Thomas Lohrer,
HSWT,
Zentrum für Forschung und
Weiterbildung,
Freising


Erfahren Sie mehr über Blumeriella kerriae in dem ausführlichen Artikel der Deutschen Baumschule, Ausgabe 10/2017.



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