Grüne Branche

Blattwanzen

Pflanzenschutztipps für den Endverkauf
Jetzt werden die Schäden sichtbar, denn bei Wärme und trockener Luft entwickeln sich Blattwanzen besonders gut. Ausgewachsen sind sie 5–10 mm lang und geflügelt (Larven ungeflügelt). Die Vermehrung erfolgt durch Eier, zumeist nur eine Generation jährlich. Durch die Saugtätigkeit sowohl der erwachsenen Tiere als auch der Larven entstehen Schäden an Blättern, Knospen, jungen Trieben und selbst an Früchten. Durch den für die Pflanzen giftigen Speichel, den die Tiere beim Saugen abgeben, entstehen die typischen Pflanzenschäden: verkrüppelte Blätter, die vielfach auch durchlöchert sein können.

Blattwanzenschaden an Datura.

Sind Blütenknospen befallen, öffnen sich die Blüten entweder gar nicht oder aber nur einseitig und verkrüppelt. Der penetrante Wanzengestank ist auch der Grund dafür, dass es kaum natürliche Feinde der Wanzen gibt. Häufig fliegen diese Tiere von benachbarten Wiesen zu, wenn dort die Gräser trocken werden. Eine Vielzahl von Unkräutern und Kulturpflanzen können befallen werden, etwa: Forsythien, Rosen, Hortensien, Dahlien, Astern, Chrysanthemen, Engelstrompete, aber auch eine Reihe von Gemüsepflanzen. Die Tiere sind bei sonnig- warmem Wetter sehr beweglich. Das erschwert die Bekämpfung, da die Wanzen schon bei Annäherung eines Schattens blitzartig auf die Blattunterseiten huschen oder sogar wegfliegen. Der geeignetste Bekämpfungszeitpunkt ist frühmorgens, wenn sie steif von den kühlen Nachttemperaturen sind. Einsetzbar sind Präparate, die zur Bekämpfung saugender Insekten zugelassen sind.

Kurt Henseler
Der Pflanzendoc.


Weitere Pflanzenschutztipps finden Sie in Ausgabe 06/2014 Deutsche Baumschule.