Grüne Branche

Blaulicht-Report: ätzende Problempflanze, gläubige Floristin vor Gericht

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In Amerika beschäftigt eine strenggläubige Floristin die oberste Gerichtsinstanz. In Kassel verursachen Vandalen tausende Euro Schaden, indem sie städtisches Grün mutwillig zerstören. In Sachsen-Anhalt müssen mehrere Arbeiter nach der Bekämpfung von Riesenbärenklau ins Krankenhaus. Und in einer Gärtnerei in Neckarsulm richten Einbrecher immensen Schaden an.

Unter anderem zwei Einbrüche in eine Gärtnerei und einen Baumarkt hielten die Polizei in den vergangenen Tagen auf Trab. Foto: Pixabay

Fünfstelliger Sachschaden für Mini-Beute

Auf rund 10.000 Euro schätzt die Polizei den Sachschaden, den Einbrecher am frühen Samstagmorgen in einer Gärtnerei in Neckarsulm anrichteten. Die Unbekannten kletterten vermutlich gegen drei Uhr über den Zaun des Betriebs, um anschließend die Tür des Gärtnerei-Gebäudes gewaltsam aufzubrechen.

Mit einem auf dem Gelände mitgenommenen Spaten hebelten sie im Inneren der Gärtnerei die Bürotür auf, um dort nach Bargeld zu suchen – was sie auch fanden: Laut Polizeibericht insgesamt 20 Euro, mit denen sich die Einbrecher unerkannt aus dem Staub machen konnten.

Riesenbärenklau verletzt acht Personen

Bei der Bekämpfung von Riesenbärenklau im Rahmen eines Pilotprojekts des Landes Sachsen-Anhalt verletzte sich ein Arbeitstrupp des Jobcenters in Sangerhausen. Die Mitarbeiter zogen sich bei der Beseitigung der zu den invasiven Arten zählenden Pflanze Verätzungen zu, acht Männer und Frauen mussten sich daher in der vergangenen Woche krankmelden.

In Verbindung mit Sonnenlicht kann es bei Kontakt mit der giftigen Pflanze zu gesundheitlichen Problemen kommen, darunter starker Juckreiz, der zu einer Entzündung mit Rötungen und Blasenbildung führt. Die Gefährlichkeit von Riesenbärenklau wurde vermutlich unterschätzt, da keine ausreichende Schutzkleidung vorlag und der Arbeitstrupp lediglich Einweganzüge für Maler getragen hatte, so Annette Müller vom Jobcenter Mansfeld-Südharz. Inzwischen sind vier der acht Betroffenen wieder im Dienst.

Diebe beißen sich an Baumarkt-Tresor Zähne aus

Fette Beute erhofften sich offenbar bislang unbekannte Einbrecher in einen Westerburger Baumarkt. Laut Polizeibericht brachen sie zunächst mit erheblicher Gewalt die elektronische Glasschiebetür am Eingang auf. Im Ladeninneren steuerten sie zielsicher zwei Sicherungskästen an, um die Sicherungsautomaten lahm zu legen.

Das eigentliche Ziel war aber der massive Stahlwandtresor des Baumarkts, den die Unbekannten mithilfe eines Trennschleifers im oberen Bereich aufflexten. Nach vollbrachter Tat mussten sich die Einbrecher allerdings der dicken Außenhülle des Tresors geschlagen geben und mit leeren Händen das Weite suchen.

Vandalen toben sich an Kassels Stadtgrün aus

Zum wiederholten Male waren in der vergangenen Woche Vandalen in Kassel zugange, die im Stadtgebiet mehrere Bäume ansägten. Jüngste Opfer waren zwei Eschen und eine Linde, die so stark beschädigt wurden, dass sie gefällt werden müssen beziehungsweise bereits gefällt wurden. Den Sachschaden schätzt die Stadt laut einem Bericht der HNA auf mindestens 4.000 Euro.

Zwei Wochen zuvor hatten Unbekannte demnach bereits in einem Park im Kasseler Stadtteil Rothenditmold sowie auf weiteren Grünflächen zugeschlagen und insgesamt vier frisch gepflanzte Jungbäume mit einem Stammumfang zwischen 20 und 30 Zentimetern abgesägt. Auch hier habe sich der Schaden dem Bericht zufolge auf rund 4.000 Euro belaufen.

Als Motiv vermutet das zuständige Umwelt- und Gartenamt blinde Zerstörungswut. Die Stadt Kassel will jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

Aus Glaubensgründen: Floristin verweigert Arbeit

Mit einer besonderen Art der Auftragsverweigerung musste sich jetzt der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika auseinandersetzen. Eine Floristin aus dem Bundesstaat Washington hatte Medienberichten zufolge einem homosexuellen Brautpaar die gewünschte Blumendekoration zur Hochzeitsfeier verwehrt – aus Glaubensgründen, wie sie vor dem zunächst zuständigen Washingtoner Gericht angab. Denn nach dem Verständnis der Floristin ist die Eheschließung lediglich gemischtgeschlechtlichen Paaren vorbehalten.

Die Richter verurteilten die Floristin deshalb wegen Verstoßes gegen das geltende Anti-Diskriminierungsgesetz zu einer Geldstrafe von 1.000 US-Dollar und verdonnerten sie außerdem dazu, künftig auch Blumenarrangements für gleichgeschlechtliche Brautpaare anzufertigen. Schließlich gehöre Hochzeitsfloristik zum generellen Angebot ihres Geschäfts.

Dagegen wiederum legte die Floristin und gläubige Baptistin Revision ein. Das Urteil verletze ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, so ihre Argumentation. Welche Partei nun letztlich Recht bekommt, ist indes noch offen – der Oberste US-Gerichtshof wälzte den Fall am Montag auf niedrigere Instanzen ab.