Grüne Branche

Blaulicht-Report: Landschaftsgärtner stoppen Geisterfahrerin

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In Bayern stoppen vier mutige Landschaftsgärtner eine betagte Geisterfahrerin auf der Autobahn. In Cuxhaven geben sich Betrüger als Gärtner aus, um arglose Senioren um Geld und Schmuck zu bringen. Und in Gärtnereien in Nordrhein-Westfalen und der Schweiz gehen mehrere Gewächshäuser in Flammen auf.

Brennende Gewächshäuser, Gemüse-Diebe und Betrüger, die sich als Gärtner ausgeben: Für Polizei und Feuerwehr gab es in den vergangenen Tagen wieder alle Hände voll zu tun. Symbolfoto: Pixabay

Brände zerstören Gewächshäuser in deutschen und Schweizer Gärtnereien

Mehrere zehntausend Euro Sachschaden sind bei Gewächshausbränden in Bornheim (Nordrhein-Westfalen) und Lüscherz (Schweiz) entstanden. In einer Gärtnerei im Kanton Bern gerieten laut Polizeibericht in den frühen Morgenstunden des 4. September aus noch nicht geklärter Ursache mehrere Treibhäuser in Brand. Diesen konnten die 28 ausgerückten Einsatzkräfte zwar schnell unter Kontrolle bringen, einen Sachschaden von mehreren zehntausend Schweizer Franken konnten sie dennoch nicht verhindern.

Bereits am 1. September musste auch die Feuerwehr im nordrhein-westfälischen Bornheim gegen halb fünf Uhr morgens zu einer Gärtnerei ausrücken. Dort stand Medienberichten zufolge ein rund 10.000 Quadratmeter großes Gewächshaus in Vollbrand. Rund 70 Einsatzkräfte kämpften demnach etwa drei Stunden und von verschiedenen Seiten gegen die Flammen, bis das Feuer gegen 7:30 Uhr schließlich gelöscht war.

Erst dann wurde auch das gesamte Ausmaß der Zerstörung sichtbar: Durch die große Hitzeentwicklung war das Glashaus komplett zerborsten. Vor den Flammen sichern konnten die Brandexperten allerdings den Öltank und die Technik und so das Gefahrenpotenzial am Einsatzort etwas eindämmen. Was den Großbrand in der Bornheimer Gärtnerei ausgelöst hat, sollen nun die weiteren Ermittlungen ergeben.

Gemüsediebe treiben in Baden-Württemberg ihr Unwesen

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion räumten Unbekannte mehrere Folientunnel eines Gemüsebau-Betriebs im baden-württembergischen Bretzfeld aus. Gemüse im Wert von fast 2.000 Euro ließen die Diebe laut Polizeibericht in der Nacht vom 27. auf den 28. August von einem Feld in der Nähe der dortigen Birkenhöfe mitgehen, das sie vermutlich mit einem größeren Fahrzeug abtransportierten.

Social-Media-Anhänger zertrampeln Lavendel-Felder

Für Lavendel-Bauern in der Provence werden Instagram-User zunehmend zu einem Problem. Auf der Jagd nach dem perfekten und möglichst einzigartigen Foto trampeln Medienberichten zufolge immer mehr Nutzer des Social-Media-Kanals rücksichtslos durch das blau-violette Blütenmeer oder reißen ganze Lavendel-Sträuße aus, die vor der Kamera effektvoll gen Himmel gereckt werden. Selbst Absperrungen an den Feldern können die Fotowütigen demnach nicht vom Eindringen in die Lavendel-Felder abhalten.

Die Bauern im provenzalischen Valensole appellierten unlängst via handbeschriebenem Transparent, auf dem „Bitte respektiert unsere Arbeit“ zu lesen war, an die Rücksichtnahme der zahlreichen Instagrammer. Kollegen im englischen Surrey dagegen verlangen inzwischen Eintritt für ihre Lavendel-Felder.

Falsche Gärtner in Cuxhaven auf Betrugstour

Auf Bargeld und Schmuck hat es ein betrügerisches Trio in Cuxhaven abgesehen. Um sich Zutritt zu den Häusern ihrer Opfer zu verschaffen, bedienen sich die drei unbekannten Männer dabei eines perfiden Tricks – der Polizei zufolge geben sie sich als Gärtner aus und bieten vornehmlich älteren Bürgern an der Haustür ihre Dienste an.

Bereits im August klingelte das Trio demnach bei einer 91-jährigen Cuxhavenerin zwecks Gartenarbeit. Weil sich die Seniorin mit der Bitte um eine Leiter nicht aus dem Haus locken ließ, lenkten die übrigen Männer sie anderweitig ab, indem einer vor ihnen vorgab, dringend zur Toilette zu müssen, während der andere nach dem nächstgelegenen Zigarettenautomat fragte. Als die ältere Dame den Weg erklärte, ließen seine Komplizen in der Zwischenzeit Schmuck und Bargeld aus dem Haus mitgehen.

In der vergangenen Woche tauchten die vermeintlichen Gärtner ebenfalls in Cuxhaven bei einem älteren Ehepaar auf und boten an, Gartenarbeiten für sie zu erledigen. Für diese wollten sie 4.000 Euro kassieren, die die Frau auch bei ihrer Bank abheben wollte. Ein misstrauischer Bankangestellter verhinderte jedoch die Auszahlung, sodass die falschen Gärtner sich mit leeren Händen aus dem Staub machen mussten.

In beiden Fällen seien die Betrüger mit Fahrzeugen mit Stader Kennzeichen – einem weißen Kastenwagen samt Anhänger sowie einem Pritschen-Lkw – unterwegs gewesen.

Landschaftsgärtner stoppen 88-jährige Geisterfahrerin

Vollen Körpereinsatz leisteten vier Landschaftsgärtner aus Bayern, die am 27. August auf der A94 bei Mühldorf beherzt die Geisterfahrt einer 88-jährigen Pkw-Lenkerin stoppten. Das Quartett war mit Mäharbeiten an der Autobahn beschäftigt gewesen und besprach sich danach mit einem Bauleiter der Autobahnmeisterei. Dabei beobachteten sie, wie ein Mercedes an der Auffahrt Mühldorf-West zunächst korrekt in Richtung München auffuhr, dann aber scharf abbog und gegen die Fahrtrichtung weiterfuhr.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, seien die vier Landschaftsgärtner daraufhin ohne zu zögern über die befahrene Autobahn gerannt, um die Geisterfahrt und den entgegenkommenden Verkehr zu stoppen. Nachdem sie die in falscher Richtung fahrende Seniorin auf den Standstreifen gelotst hatten, öffnete die etwas verwirrt, aber insgesamt ruhig wirkende Frau das Autofenster. Nach dem Grund ihrer Irrfahrt befragt, gab die 88-Jährige an, keine Ortskenntnisse zu besitzen.