Grüne Branche

Blaulicht-Report: toter Landschaftsgärtner ein Mörder?

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Ein Landschaftsgärtner soll für mehrere Sprengstoffanschläge und den Tod eines Arztes verantwortlich sein. Bei einem australischen Jungpflanzen-Anbieter brennt das Gewächshaus. In den Niederlanden fungiert ein Paprika-Betrieb als Tarnung für ein illegales Drogenlabor. Und in Frankfurt fordern Gärtner Polizeischutz für ihre Grüne-Soße-Kräuter.

Die Polizei ermittelt unter anderem im Fall des inzwischen toten Landschaftsgärtners Bernhard Graumann, der diverse Sprengstoffanschläge verübt haben soll. Symbolbild: Heiko Barth/Fotolia

Grüne-Soße-Gärtner wollen Polizeischutz für Kräuter

Sieben Kräuter gehören traditionell in die Frankfurter Grüne Soße – Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Angebaut werden sie unter anderem von mehreren Gärtnern im Frankfurter Stadtteil Oberrad, die Medienberichten zufolge jetzt Polizeischutz für ihre Pflanzen fordern.

Denn auf die schmackhafte und inzwischen EU-geschützte Kräutermischung haben es unter anderem Vandalen, Diebe und hungrige Vögel abgesehen, wodurch die Gärtner Ernteeinbußen von bis zu 30 Prozent erleiden.

Während sich Nilgänse und Krähen noch relativ leicht von den teilweise in der Stadt gelegenen Feldern vertreiben ließen, würden sich Radfahrer, Spaziergänger und Hundebesitzer dagegen uneinsichtig zeigen und büschelweise Kräuter pflücken, Pflanzen rücksichtslos zertrampeln oder ihren Müll in den Feldern entsorgen.

Auch Vandalismus und Diebstähle in großem Stil seien ein Problem – Medienberichten zufolge klagen die Frankfurter Kräuter-Gärtner über eingeschlagene oder flächendeckend mit Graffitis beschmierte Gewächshaus-Scheiben. Diebe kämen zum Teil mit Transportern und würden bei Nacht und Nebel bis zu hundert Quadratmeter Kräuter auf einmal stehlen.

Die Grüne-Soße-Gärtner wollen deshalb jetzt ihre Felder bewachen lassen und hoffen auf Unterstützung der Stadt.

Heroin-Produktion in Paprika-Betrieb

Tagsüber Paprika-, nachts Heroin-Produktion – so lässt sich der Betrieb in einem Gartenbau-Unternehmen im niederländischen Bergschenhoek umschreiben. Für zehn Beteiligte endete die Drogenherstellung jetzt mit Haftstrafen zwischen einem und neun Jahren.

Medienberichten zufolge waren die Verurteilten zwischen Mai und Mitte August 2017 ihrem illegalen Treiben nachgegangen, vorzugsweise zwischen den späten Abend- und frühen Morgenstunden, wenn die Arbeit im Gemüse-Betrieb ruhte. Tagsüber dagegen lief dort die ganz normale Paprika-Produktion und lieferte die Tarnung für das verbotene Drogenlabor, in dem aus Morphin, Essigsäureanhydrid und Natriumcarbonat Heroin hergestellt wurde.

Aufgeflogen war die kriminelle Bande im Herbst 2017. Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, hatte die Bande zuvor mindestens zehn Kilo Heroin in dem Paprika-Betrieb produziert. Hunderte weitere Kilo wären mit der Menge an noch nicht verarbeitetem Essigsäureanhydrid möglich gewesen, heißt es.

Großbrand bei Jungpflanzen-Anbieter

Glück im Unglück für Ball Australia: Zwar war Ende Februar in einem drei Hektar großen Gewächshaus des australischen Jungpflanzen-Anbieters aus bislang ungeklärter Ursache ein schwerer Brand ausgebrochen, der unter anderem den Klimacomputer sowie das Bewässerungssystem des Gartenbau-Unternehmens zerstörte.

Medienberichten zufolge gelang es den örtlichen Service-Technikern jedoch, den Klimacomputer bereits am nächsten Tag wieder flott zu machen und sämtliche von Ball Australia gespeicherten Klimadaten wiederherzustellen. Auch eine alternative Bewässerungslösung konnte demnach binnen 24 Stunden installiert werden, sodass der Jungpflanzen-Anbieter seinen Betrieb nach einer lediglich kurzen Unterbrechung wieder aufnehmen konnte.

Zur Schadenshöhe nach dem Feuer liegen bislang keine Angaben vor. Jungpflanzen wurden bei dem Brand Medienberichten zufolge aber nicht beschädigt.

Landschaftsgärtner unter Mordverdacht

Bundesweit für Schlagzeilen sorgt derzeit ein Landschaftsgärtner aus dem rheinland-pfälzischen Mehlingen. Der 59-jährige Bernhard Graumann, der sich in der Nacht zu vergangenem Freitag das Leben genommen haben soll, steht in Verdacht, einen Arzt mit einem selbstgebauten Sprengsatz getötet zu haben.

Medienberichten zufolge soll er mit dem Mediziner zuvor privat in Streit geraten sein. Vor dessen Praxis in Enkenbach-Alsenborn war vergangene Woche eine getarnte Sprengfalle deponiert worden, die explodierte, nachdem der Arzt diese vom Boden aufheben wollte.

Ersten Ermittlungen zufolge soll der Landschaftsgärtner zudem einen weiteren Anschlag auf eine Frau aus dem nahe gelegenen Otterberg verübt haben. Hier war ein mit Sprengstoff präpariertes Holzscheit detoniert, nachdem die Bewohnerin des Hauses dieses ins Kaminfeuer gelegt hatte. Durch die Explosion zerbarst die Kaminscheibe, wodurch die Frau und ihre Tochter verletzt wurden und ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Als möglicher Täter geriet der selbstständige Landschaftsgärtner in diesem Fall ins Visier der Ermittler, weil er mit der Otterbergerin geschäftlich im Clinch lag. So soll Graumann Medienberichten zufolge Gartenarbeiten für das Opfer verrichtet haben, mit denen dieses nicht zufrieden war.

Die ermittelnden Beamten rufen deshalb sämtliche Personen, die mit dem toten Landschaftsgärtner in der Vergangenheit private oder geschäftliche Konflikte hatten, dazu auf, sich bei der Polizei zu melden. Denn es bestehe der Verdacht, dass noch weitere Racheakte folgen.

So konnten die Beamten etwa inzwischen eine weitere Sprengvorrichtung in einem Carport in Fischbach sicherstellen – im Haus einer Bekannten von Graumann, die laut Polizei ebenfalls „eine konfliktbelastete geschäftliche Verbindung“ zu dem Landschaftsgärtner hatte.