Grüne Branche

BLE: EU-Mittel für die Werbung beantragen

Um Agrarprodukte im Binnenmarkt zu bewerben, können die Branchen- und Dachverbände noch bis Ende November EU-Fördermittel beantragen. Das gilt auch für die gartenbaulichen Fachgruppen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist die zuständige Stelle in Deutschland für Programme zur Informations- und Absatzförderung. Die Verbände sind jetzt aufgefordert, konkrete Projektvorschläge für die Bewerbung von gartenbaulichen Erzeugnissen im Binnenmarkt zu erarbeiten.

"Es können auch kleine Projekte sein, zum Beispiel kleine Infoflyer, die auf die besondere Qualität deutscher Baumschulen oder Zierpflanzenbetriebe hinweisen", so das BLE. Interessensgruppen müssten sich jetzt zusammentun und Marketingideen entwickeln, um die EU-Förderung für deutsche Produkte in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung ist allerdings ein finanzieller Eigenanteil.

Bis Februar 2009 kümmerte sich die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) um die Bewerbung deutscher Produkte im In- und Ausland. Seit dem Wegfall des Absatzfonds müssen Branchen- und Dachverbände nun selbst die Aufgaben des Marketings für ihre Erzeugnisse übernehmen und ihre Anträge bei der BLE abgeben.

Bislang ist aus dem Gartenbaubereich dort noch nichts eingegangen. Anders als bei der CMA müssen sich die Branchenverbände erst einmal einig werden, wie man ein solches Projekt angeht und vor all em, wer es bezahlt. Um die vorhandenen EU-Gelder in Anspruch nehmen zu können, müssen sie einen finanziellen Beitrag leisten, der vorher über den Absatzfonds vorhanden war.

Die Verbände als Antragsteller kommen nicht umhin, festzulegen, wer den deutschen Eigenanteil finanziert, um die EU-Gelder für Werbeprojekte in Deutschland in Anspruch nehmen zu können. Diese machen bis zu 50 Prozent der Gesamtsumme aus. Gehen keine Anträge aus Deutschland ein, werden die EU-Gelder auf andere Länder verteilt. Sollen also deutsche Produkte bei der Werbung nicht gegenüber anderen EU-Ländern benachteiligt sein, kommt es jetzt darauf an, dass die Verbände entsprechende Programmvorschläge erarbeiten. Sonst verfallen die EU-Gelder für Deutschland. Ideen für Marketingmaßnahmen sind also jetzt von den Gärtnern gefragt.

Neben Erzeugnissen aus landwirtschaftlicher Produktion, deren Qualitätsstandards und den gängigen Herstellungsverfahren stellt die EU auch für die Güte der Lebensmittel sowie Ernährungsaspekte jetzt die Finanzmittel für Kampagnen ab 2011 zur Verfügung.

Die Bewerbungsfrist für die "Informations- und Absatzförderungsprogramme im Binnenmarkt" ist der 30. November 2010. Bis zum 15. September 2010 sind entsprechende Konzepte vorzulegen. Die BLE will die Verbände bei der Antragstellung unterstützen. Teilnehmen können alle Branchen- und Dachverbände der Agrar- und Nahrungsmittelwirtschaft. Dabei können sich zum Beispiel auch Landesverbände auf regionaler Ebene zusammenschließen, wenn ihr Vorschlag einen gewissen Marktanteil hat. Weitere Informationen unter www.ble.de/absatzfoerderung.