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bloomon: Online-Abo für Blumen trifft Zeitgeist

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bloomon geht mit seinem Online-Blumen-Abo den direkten Weg vom Produzenten zum Verbraucher. Eine Geschäftsidee, die zeigt, wie durch den digitalen Wandel ganze Handelsstufen – in diesem Fall der deutsche Blumengroßhandel und die Floristen – abgekoppelt werden. 

Die Blumensträuße von bloomon gibt es klein, mittel und groß. Foto: bloomon

Die Geschäftsidee von bloomon ist schnell erzählt: Von Floral-Designern wie Anton van Duijn wird wöchentlich nur ein Strauß-Typ entworfen – in klein, mittel und groß. Ins Haus geliefert wird nicht der übliche kurz und rund gebundene Strauß, sondern eine Blumen-Zusammenstellung für locker gestaltete Kreationen.

bloomon-Fans teilen online Freude über frische Blumen

bloomon zielt dabei auf das Abo-Geschäft, die Kunden können wählen, wie oft im Monat und in welcher Größe sie den Strauß erhalten möchten. „Alles läuft komplett online“, berichtet Joris Van der Els, Produktverantwortlicher des holländischen Blumen-Versandunternehmens. „Die Social Media-Fans des Start-ups teilen ihre Freude über die frischen Blumen in den sozialen Medien“, und auch die Lifestyle-Presse berichtet positiv darüber, wie Beispiele auf der Webseite des Versandunternehmens zeigen.

Gekauft werden die Blumen direkt beim Erzeuger (also nicht an der Uhr bei Royal FloraHolland), der Versand erfolgt unmittelbar an die Endverbraucher. Das gestalterische Zusammenspiel der gelieferten Blumen wird über Informationen auf dem Einwickelpapier erläutert. Erstbesteller bekommen passend zur Strauß-Größe eine Vase mitgeliefert.

Zum Thema Frische rechnet Van der Els vor: Der Weg der Schnittblumen vom Erzeuger über Floristen oder Supermärkte bis zum Konsumenten dauere fünf bis acht Tage. bloomon würde 36 Stunden benötigen. Dem zugrunde liege eine Zusammenarbeit mit rund 400 Erzeugern.

bloomon verkauft Blumen-Abos in fünf Ländern

In fünf Ländern kann man für sich selbst so Blumen kaufen, als regelmäßig geliefertes Abo, ohne einen Schritt vor die Tür zu müssen, erläutert Van der Els. In diesem Jahr sollen es eine Million Lieferungen werden, im Internet wird stolz angegeben, dass Investoren acht Millionen Euro Kapital zur Verfügung gestellt haben. Mit von der Partie ist übrigens Koen Thijssen, der seine Expertise bei Rocket Internet (unter anderem Zalando) als Head of Asia erarbeitet hat.

Van der Els betont die enge Kommunikation mit seinen Abonnenten. Auf den Kanälen der sozialen Medien gäbe es 150.000 Fans. Solch ein direkter, unmittelbarer Kontakt ist natürlich ein strategischer Vorteil, denn so lässt sich prima in Erfahrung bringen, was die Kunden wünschen.

Online-Konsumenten akzeptieren Blumen-Lieferungen im Karton

Möglich ist all das nur, weil die Konsumenten Blumen-Lieferungen im Karton akzeptieren. Die wachsende Gemeinde der Online-Konsumenten bekommt aber eh alles im Karton, das ist „gelernt“ – warum also nicht auch Blumen? Zumal diese ja, so das Produktversprechen von bloomon, direkt vom Feld des Erzeugers kommen und fünf Tage länger frisch bleiben sollen als der Strauß vom Floristen nebenan.

Wobei zumindest denkbar ist, dass bloomon mit dem Abo-Service in Teilen ein Kundenklientel anspricht, das bisher gar nicht den Weg ins Blumengeschäft findet. Etwa junge Menschen, die ihr Leben und große Teile ihres Konsums nach dem Smartphone, nach „likes“, nach Empfehlungen ihrer „Freunde“ in den sozialen Netzwerken ausrichten. Für die könnte bloomon etwas sein. Ein Abo ist halt so einfach und man gewöhnt sich daran. Daher werden viele Abos auch nicht gekündigt, selbst wenn man die Lieferungen gar nicht mehr braucht.

bloomon ermittelt Kundenwünsche im direkten Austausch

Ermittelt werden die Kundenwünsche direkt im Austausch mit dem Verbraucher. „Wir sind zum Kunden gegangen, schauten was sie brauchen“, erklärt Van der Els das Konzept. Dabei sammelte das bloomon Team nicht nur Trends, sondern auch den Eindruck, dass Verbraucher bereit sind, mehr darüber zu erfahren, wie sie mit Blumen erfolgreicher sein können.

Die Kundenwünsche fließen unmittelbar zurück zum Produzenten. So können die 400 beteiligten, MPS-zertifizierten Erzeuger die Auswahl der Blumen und Farben passgenau an den Kundenwünschen ausrichten. Das bloomon Design-Team entwickelt die Sträuße bezüglich Farbe und Blumen anhand eines Moodboards. Das Marken-Team setzt sich aus drei Personen zusammen, die bewusst aus unterschiedlichen Ländern und Herkünften stammen – um die Vielfalt zu gewährleisten.