Grüne Branche

Blume 2000: Neues Franchise-Konzept

Ein "völlig neues Geschäftsmodell" wird Blume 2000 auf der in diesen Tagen beginnenden Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen erstmals vorstellen: Das Konzept "Blumia" richtet sich an Blumenfachgeschäfte, die als Franchisenehmer arbeiten, dabei aber einen Anteil an Eigenständigkeit in Sortiment und Dienstleistung sowie eine deutliche floristische Ausrichtung behalten wollen. Damit wendet es sich an jene, die sich mit der Discounter-ähnlichen Ausrichtung von Blume 2000 nicht wohl fühlen würden, so Lars Eckart, Leiter Franchise bei Blume 2000 und Leiter des neuen Schwesterunternehmens Blumia (beide Norderstedt) zu Teilnehmern der Betriebsleitertage an der Lehr- und Versuchsanstalt Hannover-Ahlem. "Blumia ist ein Konzept für im Vergleich zu Blume 2000 kleinere Standorte mit etwa 60 bis 80 Quadratmetern Geschäftsfläche." Dass sich beide Konzepte Konkurrenz machen könnten, befürchtet er aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung nicht. Folgt man Eckarts Ausführungen, sollen "Blumia"-Fachgeschäfte das komplette Angebot eines "normalen" Blumenfachgeschäftes bereithalten: Die Floristik soll für den Kunden sichtbar und erlebbar sein ("Manufaktur-Erlebnis"), auf Wunsch erhält der Kunde den vollen Floristenservice vom Grabschmuck bis zur Trauer- oder Hochzeitsfloristik. Das hinter Blumia steckende System wird an einigen von Eckart genannten Vorgaben deutlich: Der Großteil der im Geschäft angebotenen Blumensträuße wird wie beim Konzept Blume 2000 vorpoduziert sein, das Fachgeschäft muss seine Waren zu 80 Prozent bei Blume 2000 einkaufen - 20 Prozent darf es "bedarfsgerecht" eigenständig frei aus beliebiger Quelle dazu kaufen. Die Blumia-Geschäfte sollen durch ein "hochwertiges" Ambiente auffallen, die Ladeneinrichtung kommt komplett vom Franchisegeber. Als Namen wird ein Franchisenehmer neben "Blumia" auch den eigenen Namen führen - beispielsweise "Blumia Müller". Vorteile des Konzeptes sind für den Franchise-Unternehmer laut Eckart unter anderem die dank der Kooperation günstigen Einkaufspreise und die komplette Übernahme der Logistik und Einrichtung durch Blumia, die es dem Unternehmer erlaube, sich auf das eigene Ladengeschäft, die Kunden, Mitarbeiter und Mitarbeiterführung, die ihm selbst obliegt, zu konzentrieren. Wer Blumia-Fachgeschäft sein möchte, sollte mindestens die Qualifikation als Florist besitzen und muss sich mit all seinen Kräften auf dieses Geschäft konzentrieren: Unternehmer, die beispielsweise nur das Blumenfachgeschäft, das sie neben einem Produktionsbetrieb oder einer Einzelhandelsgärtnerei führen, als System-Geschäft im Franchise führen möchten, nehme Blumia nicht. "Ich will Sie ganz - mit allen ihren unternehmerischen Kräften."