Blume des Jahres 2022 ruft zum Schutz wilder Wälder auf

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Die Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia) wurde von der Loki Schmidt Stiftung zur „Blume des Jahres 2022“ ernannt. Mit der Bekanntgabe der Gewinnerin soll gleichzeitig zum Schutz ihres natürlichen Lebensraums aufgerufen werden.

Bestände der Einbeere gehen vielerorts zurück

Noch komme die Einbeere im Bundesgebiet häufig vor, jedoch gehen die Bestände der eigentümlichen Pflanze vielerorts zurück, wie die Loki Schmidt Stiftung zur frischgekürten Pflanze des Jahres 2022 ausführt – in sechs Bundesländern steht Paris quadrifolia demnach bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen. Hinzu kommt, dass ihre Fernausbreitung mittels Samen begrenzt sei, da die Einbeere, wie ihr Name schon andeutet, pro Pflanzentrieb nur eine einzige Beere bildet. Vielmehr breite sich die Pflanze vor allem unterirdisch über Rhizome aus und benötige daher ähnlich wie etwa Buschwindröschen und Leberblümchen viel Zeit, um neue Waldstandorte zu besiedeln.

Schutz von alten und naturnahen Wäldern dringend nötig

„Als Loki Schmidt Stiftung haben wir die Einbeere zur Blume des Jahres 2022 gewählt, um zum dringenden Schutz der alten, naturnahen und wilden Wälder aufzurufen, die der Einbeere und anderen Pflanzen und Tieren langfristig einen Lebensraum geben und die für die Ausbreitung notwendige Zeit“, so Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung. Wie im Zuge der Bekanntgabe der Blume des Jahres im Sierichschen Holz im Hamburger Stadtpark – der auch Stiftungsbotschafter und Fernsehgärtner John Langley sowie die Leiterinnen des Projekts „Blume des Jahres“, Svenja Holst und Kristin Ludewig, beiwohnten – erklärt wurde, sammle die Stiftung derzeit Spenden, um das größte zusammenhängende naturnahe Waldgebiet im Alten Land bei Hamburg dauerhaft zu erhalten.

Vieles macht der Einbeere und anderen Wildblumen zu schaffen

Naturnahe, wilde und alte Wälder gehören der Loki Schmidt Stiftung zufolge zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Landschaft. Jedoch machen wilde Wälder ohne forstwirtschaftliche Nutzung nur etwa drei Prozent der Waldfläche in Deutschland aus. Zudem bestünden unsere Wälder heute überwiegend aus Kiefern und Fichten, noch dazu oft in Monokulturen, die anfällig für den Klimawandel sind. Wertvolle Feuchtwälder fallen durch Entwässerungsgräben trocken, darüber hinaus würden Stickstoffeinträge aus Landwirtschaft, Verkehr und Industrie in den Wäldern stickstoffliebende Pflanzen wie Brombeeren fördern, die andere Pflanzen verdrängen. Auch litten Einbeeren und andere Wildblumen unter Bodenschäden, die durch das Befahren der Wälder mit schweren Forstmaschinen verursacht werden.

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