Grüne Branche

Blumen und Pflanzen aus fairem Handel im Aufwind

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Fairtrade-Blumen und -Pflanzen sind bei Verbrauchern gefragt: Insgesamt 406.255.532 Stiele wurden im vergangenen Jahr laut TransFair bundesweit verkauft und so ein Umsatz von 121.876.660 Euro erzielt – ein Plus von vier Prozent gegenüber 2016. Auch faire Poinsettien waren vermehrt nachgefragt.

Über 406 Millionen Stiele wurden im letzten Jahr von Fairtrade-Blumen wie etwa Rosen umgesetzt. Foto: Nathalie Bertrams/TransFair

Fairtrade-Blumen vor allem im LEH gefragt

Wie TransFair in seinem Jahresbericht angibt, liegt der Marktanteil von Blumen aus fairem Handel bei 28 Prozent. 96,4 Prozent der zertifizierten Rosen wurden den Angaben zufolge über den Lebensmitteleinzelhandel verkauft, 3,6 Prozent über Floristen. Als wichtige Partner im Blumenfachhandel werden insbesondere Omniflora, Fleurop und Blume 2000 erwähnt.

Nach Deutschland kommen Fairtrade-Blumen den Angaben zufolge hauptsächlich über das Unternehmen Omniflora, zusätzlich über einzelne Großhändler aus den Niederlanden wie Green Partners oder die Dutch Flower Group.

Weitere Absatzkanäle für faire Blumen nötig

Trotz steigendem Absatz von Fairtrade-Rosen sind in Deutschland laut TransFair weitere Absatzkanäle dringend notwendig. Denn durchschnittlich könnten nur 21 Prozent der gesamten Erntemenge unter Fairtrade-Bedingungen verkauft werden.

Der anhaltende Preisdruck der Supermärkte mache insbesondere kenianischen Rosenfarmen zu schaffen, da diese im Vergleich mit den günstiger produzierten Rosen äthiopischer Herkunft preislich nicht mithalten könnten. Darüber hinaus zeige der Klimawandel seine Auswirkungen auch in der Blumenproduktion Ostafrikas, wo eine ungewöhnliche Kälteperiode im Herbst hohe Ernteausfälle brachte.

Rohstoff-Modell für Mischsträuße soll Absatz steigern

Höhere Absätze verspricht sich TransFair durch sein Rohstoff-Modell, das ab Mitte des Jahres auch für Blumen anwendbar sein soll. Damit können in einem gemischten Strauß künftig etwa Fairtrade-Rosen mit nicht-zertifizierten regionalen Blumen gemischt werden, wobei das Siegel für einzelne Fairtrade-„Zutaten“ dann das bisherige Programm-Siegel ersetzt.

Dieses Zutaten-Siegel ist im Gegensatz zum klassischen schwarzen Siegel in einem klar differenzierten Weiß gehalten und trägt als Zusatzangabe die „Zutat“ oder den Rohstoff – in diesem Fall den Begriff „Roses“. Laut TransFair soll das Zutaten-Modell für Erzeuger sowie Einzel- und Fachhändler mehr Möglichkeiten eröffnen, sich für Fairtrade zu engagieren. Außerdem biete es Chancen für mehr Absatz, Auswahl und Transparenz.

Steigende Nachfrage bei fairen Pflanzen

Vermehrt nachgefragt wurden laut TransFair im vergangenen Jahr auch Fairtrade-Poinsettien. 889.450 Pflanzen gingen 2017 über die Ladentheken (2016: 837.885 Stück), sechs Prozent mehr als im Vorjahr, die meisten davon bei toom. An Geranien wurden im vergangenen Jahr 27.776 Stück verkauft (2016: 42.079).