Grüne Branche

Blumen und Pflanzen: Marktvolumen steigt auf Rekordniveau

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Die Bundesbürger geben wieder mehr Geld für Zierpflanzen aus. 108 Euro investierte laut aktuellen Analysen im Schnitt jeder Verbraucher in Deutschland im vergangenen Jahr in Stauden, Topfpflanzen, Schnittblumen und Co., sodass der Gesamtumsatz 2019 auf den Rekordwert von 8,9 Milliarden Euro stieg. Dennoch herrscht bei den Zierpflanzen-Produzenten zum Teil schlechte Stimmung.

2019 das größte je gemessene Marktvolumen von Blumen und Pflanzen

Gegenüber 2018 hat der Blumen- und Pflanzenmarkt im vergangenen Jahr mit einem Plus von 2,9 Prozent deutlich zugelegt, und der von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) im Auftrag des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) auf Basis der ersten neun Monate ermittelte Gesamtumsatz zu Einzelhandelspreisen sei mit 8,9 Milliarden Euro „das größte je gemessene Marktvolumen von Blumen und Pflanzen“ im Bundesgebiet. Auch die Pro-Kopf-Ausgaben sind demnach im Vergleich zu 2018 um drei Euro von 105 auf 108 Euro gestiegen.

Einen besonderen Boom erlebten im vergangenen Jahr Stauden, bei denen der Absatz 2019 um ganze neun Prozent auf insgesamt 0,6 Milliarden Euro angewachsen ist und die am Gesamtmarkt aktuell bereits einen Anteil von sechs Prozent haben – eine Entwicklung, die der ZVG unter anderem damit erklärt, dass Stauden zunehmend die klassischen Beet- und Balkonpflanzen ersetzen.

Letztere bleiben den neuen Berechnungen zufolge mit 21 Prozent Marktanteil aber dennoch mit das wichtigste Zierpflanzen-Segment, obgleich der Absatz bei Beet- und Balkonware mit rund 1,8 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahrs verharrte.

Topfpflanzen entwickeln sich zweigeteilt, Schnittblumen-Absatz beendet Talfahrt

Ein gespaltenes Bild liefert das Geschäft mit Topfpflanzen im vergangenen Jahr. Wie der ZVG erklärt, nahm das Verbraucherinteresse an blühenden Topfpflanzen 2019 spürbar ab: Um fünf Prozent sei der Umsatz 2019 geschrumpft und liegt den Berechnungen der AMI zufolge bei einer Milliarde Euro respektive zwölf Euro pro Bundesbürger. Grünpflanzen dagegen lagen voll im Trend, sodass der von Importen dominierte Markt im vergangenen Jahr um weitere vier Prozent auf eine halbe Milliarde Euro (sechs Euro pro Kopf) gestiegen sei. Insgesamt nehmen Topfpflanzen am Zierpflanzenmarkt einen Anteil von 16 Prozent ein.

34 Prozent Marktanteil entfällt im vergangenen Jahr auf Schnittblumen, die damit „das mit Abstand wichtigste Segment im deutschen Zierpflanzenmarkt“ bleiben, wie der Zentralverband Gartenbau erklärt. Ganze 37 Euro habe jeder Bundesbürger im Schnitt 2019 für Schnittblumen ausgegeben, was unterm Strich zu einem Gesamtumsatz von 3,1 Milliarden Euro (knapp fünf Prozent mehr als 2018) geführt habe. Getrieben von einem starken Feier- und insbesondere Muttertaggeschäft scheint die Talfahrt beim Schnittblumen-Absatz damit beendet, so das Resümee des ZVG.

Etwas gebremst wurde im vergangenen Jahr das Wachstum des Kräutermarkts, der lediglich um zwei Prozent gegenüber 2018 zulegen konnte, wohingegen der Gehölzmarkt um fünf Prozent auf 1,5 Milliarden Euro anstieg. Zu verdanken ist das den Analysen zufolge vor allem den bereits im Vorjahr prognostizierten vermehrten Nachpflanzungen. Am Gesamtmarkt nehmen Gehölze jetzt einen Anteil von 16 Prozent ein, wobei insbesondere Obstgehölze bei den Verbrauchern sehr beliebt gewesen seien.

2019 laut ZVG „ambivalentes Jahr für den Zierpflanzenmarkt“

Trotz der insgesamt erfreulichen Zahlen bezeichnet der Zentralverband Gartenbau 2019 in seinem Gesamtfazit als „ambivalentes Jahr für den Zierpflanzenmarkt“. Denn mit Ausnahme der klassischen Stauden-Betriebe hätten sich viele Zierpflanzen-Produzenten mit dem Jahresverlauf deutlich unzufriedener gezeigt, als es der Gesamtmarkt vermuten lasse. Schuld daran seien neben dem unstetigen Wetter der zunehmende administrative Aufwand sowie neue Regularien im Pflanzengesundheitsrecht und zum Klimaschutzgesetz. Aber auch neue Anwendungsbestimmungen im Pflanzenschutz hätten sich „als Treiber für eine schlechte Stimmung bei einem Teil der Betriebe“ erwiesen, so der ZVG.