Blumengroßhändler machen zum Valentinstag gute Umsätze

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Zum Valentinstag waren neben Sträußen auch individuelle Blumengeschenke gefragt. Foto: Kirchhoff/BGI

Gute Umsätze bei hohem Preisniveau verzeichneten die Blumengroßhändler zum diesjährigen Valentinstag, so das Ergebnis einer BGI-Blitzumfrage. Reibungslos verlief demnach auch die Warenbeschaffung, wo viele im Vorfeld noch mit Problemen gerechnet hatten.

Sehr gute Einkaufsbedingungen für Großhändler

„Diesmal sind alle Flieger aus Ecuador gelandet“, gab etwa ein Händler scherzhaft in der Blitzumfrage des Verbands des deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) zu Protokoll. Ecuador-Rosen gehörten demnach in diesem Jahr wieder zu den wichtigsten Produkten. Laut der Umfrage waren die Blumenlieferungen aus Südamerika umfangreich und von hoher Qualität, trotz Problemen mit Frösten. Auch aus den Niederlanden sei ausreichend Ware gekommen, obwohl dort viele Gewächshäuser aufgrund der hohen Gaspreise kalt geblieben waren, wie der BGI erklärt. Insgesamt werden die Einkaufsbedingungen für die Großhändler zum diesjährigen Valentinstag als sehr gut beschrieben, bei keiner Produktgruppe habe es Engpässe gegeben.

Blumengeschäfte kaufen zunehmend in letzter Minute

Zu teure Produkte fielen in diesem Jahr bei einigen Händlern einfach aus dem Sortiment, so das Ergebnis der Blitzumfrage. Laut BGI hätten darüber hinaus einige ihren Kunden empfohlen, extrem hochpreisige Produkte nicht mit der gewohnten Marge weiterzuverkaufen, um die Konsumenten nicht zu verschrecken. Dank guter Lieferbeziehungen und langjähriger Lieferanten hätten die meisten Großhändler jedoch die Preisspitzen der letzten Tage umgehen können. In diesem Zusammenhang äußerten einige der Befragten, dass für den Großhandel eine noch bessere Planung möglich wäre, wenn der Blumeneinzelhandel vorausschauend ordern würde, anstatt zunehmend in letzter Minute zu kaufen. Eine Reihe von Floristen habe demnach in diesem Jahr wegen der Preise weniger rote Rosen bestellt, musste dann aber am Valentinstag aufgrund der Kundennachfrage für die Abendkundschaft noch schnell nachkaufen.

Pink und Rosa als Alternative zu Rot

Weil zum Valentinstag traditionell alles in der Farbe Rot gefragt und dementsprechend teuer sei, setzten viele Floristen der BGI-Umfrage zufolge bei ihrem Einkauf im Großhandel auf Alternativen. Wie einige Großhändler gegenüber dem BGI äußerten, seien die Floristen generell nicht mehr so auf rote Produkte fixiert und wüssten am Valentinstag auch andere Farben ansprechend zu präsentieren. In der Gunst ganz vorne lagen dabei in diesem Jahr Pink und Rosa, auch „bunt und frühlingshaft“ sei sehr beliebt gewesen. Hier habe es allerdings große Preissprünge nach oben gegeben, während der Preis für rote Rosen am letzten Einkaufstag vor Valentin an den Versteigerungen sogar gefallen sei. Deutlich nach oben habe sich die Preisspirale bei Chrysanthemen (vor allem Santinis) und Tulpen gedreht, beliebt seien außerdem Gerbera, kleinblütige rote Rosen für gemischte Sträuße, Alstroemerien, Freesien, Anemonen und Ranunkeln gewesen.

Im Schnitt 30 Prozent mehr Umsatz als zum Valentinstag 2021

Mit dem Geschäftsverlauf insgesamt zeigten sich die vom BGI befragten Blumengroßhändler sehr zufrieden – gegenüber dem Valentinstag 2021 konnte demnach in diesem Jahr durchschnittlich 30 Prozent mehr Umsatz bei rund 13 Prozent höheren Preisen verbucht werden. Positiven Einfluss hatten dabei die fast frühlingshaften Temperaturen und die bundesweit geöffneten Blumengeschäfte, während das Vorjahresergebnis vom kalten Wetter und dem Kampf gegen den Lockdown geprägt war. Ausgezeichnete Umsätze habe insbesondere der Süden Deutschlands mit Bayern und dem Stuttgarter Raum gemacht, wobei nicht bei allen Händlern schon wieder das Vor-Pandemie-Niveau erreicht sei. In den östlichen Bundesländern spiele der Valentinstag dagegen keine so große Rolle, hier setzt der Handel dem BGI zufolge auf ein gutes Geschäft zum Frauentag am 8. März.

„Der Fachhandel sollte ebenfalls werben“

Was in der BGI-Umfrage außerdem deutlich wurde: Pandemiebedingt habe der Online-Handel insgesamt deutlich zugenommen, was beispielsweise für Geschenk-Sträuße, aber auch für das Online-Geschäft im Großhandel gelte. Der traditionelle Fahrverkauf weiche vielerorts der Online-Bestellung plus Auslieferung vor Ort. Wenig Auswirkungen auf das Geschäft ihrer Kunden beobachteten die Großhändler dagegen durch die aggressive Preiswerbung des Systemhandels, dessen Angebotsprospekte zum Valentinstag voll mit oft niedrigpreisigen Blumengeschenken waren. „Den Valentinsstrauß kauft man beim Floristen“, habe es ein Großhändler gegenüber dem BGI auf den Punkt gebracht. „Der Fachhandel sollte ebenfalls werben“, habe ein anderer in diesem Zusammenhang gefordert, und zwar nicht mit dem Preis, sondern mit Frische und Kreativität.